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  1. #451

    Schwächelnder Genre-Mix

    Nina Blazons
    448 Seiten umfassendes Hardcover
    "Ich träumte von einer Bestie"
    erschien am 26. 09. 2023 unter der ISBN 978-3-365-00300-8 im
    Harper Collins Verlag.
    Es behandelt die französische, zu Beginn der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts spielende legendäre Geschichte der "Bestie von Gévaudan"
    ( https://de.wikipedia.org/wiki/Bestie_des_Gévaudan )
    und ist ein Genre-Mix aus Elementen von historischem, Familien- und Liebesroman mit Anklängen von Fantasy, Horror und Psychothriller.

    Zentrale Figur ist die in der Gegenwart lebende junge Datenforensikerin Fleur, die sich durch das Ableben ihres leiblichen Vaters mit seiner Hinterlassenschaft sowie der seiner Mutter Margot und schließlich mit der bis heute auf verschiedene Art nachwirkenden Familiengeschichte konfrontiert sieht.
    Das mit einem passenden Cover versehene Buch gewährt zudem interessante Einblicke sowohl in Fleurs Tätigkeit als auch in die ihres früher als Ermittler bei der Polizei beschäftigten Adoptivvaters.

    Der leicht lesbare Erzählstil und der gut aufgebaute Spannungsbogen trugen mich geradezu durch die Seiten, allerdings störten mich zunehmend Wiederholungen wie beispielsweise die immer wieder gefühlten starrenden vielen Augen oder die immer wieder so gern gerochenen verschiedenen Rasierwasserduftnoten div. Herren, ferner div. Fehler unterschiedlichster Art (der Trenchcoatinspektor hieß 3x Colombo und nur 1x richtig Columbo bzw. Grammatikfehler wie auf S. 441 "Das Reliquiar, DASS ich geerbt habe" ) sowie etliche Längen.
    Die letzten 100 Seiten führten mich zwar zu einem relativ nachvollziehbaren zufriedenstellenden Schluss, den ich allerdings beinahe verpasst hätte, da ich wegen mir entbehrlich erscheinender weiterer Twists mehrfach einen Abbruch in Erwägung zog.
    Der letzte Clou unter Mithilfe von Fleurs Halbbruder Max (ohnehin meine Lieblingsfigur) und das Nachwort der Autorin versöhnten mich dann jedoch wieder ein wenig.
    Gern hätte ich eine Landkarte und ein Lesebändchen vorgefunden.
    Der Empfehlung der Autorin bezüglich der Bücher von Elli Radinger
    ( https://www.elli-radinger.de )
    schließe ich mich vollinhaltlich an.

    Fazit:
    Weniger ist oft mehr, trotzdem insgesamt Leseempfehlung

  2. #452

    Daumen hoch Lesenswertes vom "Wumbaba"-Autor

    Axel Hacke
    - mir bisher lediglich in Zusammenhang mit seinen köstlichen Ausführungen über den "Weißen Neger Wumbaba" (eigentlich "der weiße Nebel wunderbar", eine von erstaunlich vielen Menschen missverstandene Textzeile aus "Der Mond ist aufgegangen") bekannt - konnte mich mit seinem am 01. 09. 2023 unter der ISBN 978-3-8321-6808-7 im
    DUMONT Buchverlag
    erschienenen 224-seitigen Werk
    "Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte"
    überzeugen.

    Es ist mit einem ganz dezent lauter kleine Sonnen zeigenden und deshalb gut zum Thema passenden Cover versehen und verfügt über ein blaues Lesebändchen.
    In einem leichten Plauderton definiert der Autor die verschiedensten in Zusammenhang mit dem Wort "Heiterkeit" stehenden Begriffe und beschreibt beispielsweise eine einstmals überaus beliebte Quizshow namens "Was bin ich? Das heitere Beruferaten" mit Robert Lembke, befasst sich mit Sigmund Freud ("Freud'sche Fehlleistung") und mit antiken griechischen Philosophen.

    Das Buch passt mMn gut in unsere heutige, u. a. durch Pandemie, Kriegsgeschehen und Klimawandel Sorgen und Ängste schürende Zeit.
    Ich empfehle es gern sowohl zum Selbstlesen als auch als Geschenk z. B. zu Weihnachten oder auch für Besuche am Krankenbett.

  3. #453

    Daumen hoch Nicht nur für Küchen-Neulinge

    Verena Hirschs
    192 Seiten umfassendes Sach/Kochbuch
    "Deine Küche kann nachhaltig! - Das Kochbuch für mehr Wertschätzung und weniger Verschwendung"
    erschien am 05. 10. 2023 unter der ISBN 978-3-96747-123-6 bei
    BLV, einem Imprint der GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH.

    Das ansprechende Cover gestaltete Verena Müller, die auch für die den Text gut abrundenden Fotos verantwortlich zeichnet, soweit diese nicht von Frau Hirsch selbst stammen.

    Nach Inhaltsverzeichnis, Begrüßung sowie "Meine persönliche Geschichte" geht es dann auf S. 15 in medias res, der Zusammenhang von Ernährung und Klimawandel wird verdeutlicht, Verwertung (hier stets "Fairwertung") von Lebensmittelresten, vor dem Verderb rasch noch zu verarbeitender Nahrung und/oder misslungenen Gerichten, die nicht mit einem der zahlreichen Tricks gerettet werden konnten, erklärt und weitere Tipps gegeben, wie z. B. Tabellen zu regionalen Superfoods (Chia- ./. Leinsamen), Austauschprodukten (Ei/Aquafaba), Einkauf, Bevorratung, Haltbarmachung, Lagerung, Organisation sowie Obst- und Gemüsesaisonzeiten.

    Verständlich vorgestellte, überwiegend einfache und teilweise sogar besonders originelle ("Arme Ritter" werden durch Zugabe von Kräutern zu herzhaften "Glücksrittern") Rezepte machen Appetit und ermutigen zum eigenen Versuch.

    Angaben zu Kcal, KH oder wenigstens BE fehlen hier leider, stehen allerdings auch nicht im Vordergrund der Thematik.

    Viele Informationen waren mir nicht neu (z. B. MHD nicht gleich Verfalldatum. Frischetest bei rohen Eiern, "Ent-salzen" im Zustand der Verliebtheit hergestellter Suppen), ich fand jedoch viele interessante Anregungen und halte dies Buch für ein wunderschönes Geschenk für alle, die ihre erste eigene Küche nutzen wollen/müssen.
    Leseempfehlung!

  4. #454

    überrascht Ökothriller mit überraschenden Wendungen (und Flugreisen*g*!)

    Realität und Fiktion sind in
    Tibor Rodes
    am 01.09.2023 bei
    Droemer Knaur
    unter der ISBN 978-3-426-28400-1 erschienenem 464-seitigen Öko-Thriller
    "Der Wald - Er tötet leise"
    geschickt miteinander verknüpft, so dass die Lektüre sich für mich sowohl lehrreich als auch spannend und unterhaltsam darstellte.

    In drei durch Namens-, Orts- sowie Zeitangaben gut unterscheidbaren Handlungssträngen lotsen sympathische Protagonisten (2 Damen, 1 Herr) Lesende durch das Buch, wobei aktuelle Probleme wie KI, Klimawandel und bedrohter Lebensraum für Flora und Fauna thematisiert werden.

    Nachdenklich machende ethische Fragen über die Wertigkeit pflanzlichen, tierischen und menschlichen Lebens wirken nachhaltig.

    Anonym weltweit verschickte Samen einer gefährlichen invasiven Pflanze werfen Fragen auf, bei deren Beantwortung sogar Goethes Ginkgo Biloba eine Rolle spielt.

    Eine Erwähnung verdient das optisch ansprechende und zum erzählten Geschehen passende Cover.


    Allerdings gibt es leider auch etliche Kritikpunkte:

    Ich stolperte mehrmals über die unrichtige Verwendung von Groß- und Kleinschreibung des Wortes "SIE", beispielsweise auf S. 402 "Es ist nicht mehr weit, sie (!) sollten mich am Rande des Waldes rauslassen!". Sollte dies auf Rechtschreibreformfragmente zurückzuführen sein, hätte es ständig so geschrieben werden müssen, was aber nicht geschah.

    Es fehlten die das Ende einer wörtlichen Rede anzeigenden "Gänsefüßchen".

    Gelegentlich wurde die Zuordnung der handelnden Person durch zu seltene Namensangaben anstatt des inflationär verwendeten "ER" erschwert - wie z. B. auf S. 287 (Weitere Schüsse fielen und er - hier noch Protagonist Holland - sah, wie der zweite Kerl Foo auf der Treppe überholte, er schien besser zu Fuß zu sein. Die Pflanzen gaben ihm Deckung, sie standen dicht, aber nicht so dicht, dass er sich hätte in ihnen verstecken können....) Usw usf. Wer jetzt? Doch nicht mehr "der zweite Kerl", oder? Derartiges kann natürlich passieren, sollte es bei guten Lektoren aber nicht. Vor allem nicht so häufig.
    Bei solch einem spannenden Buch stört es erheblich, wenn man durch so erforderlich werdende "Ermittlungsarbeiten" öfter aus dem Lesefluss gerissen wird.

    Und: ein 2016 noch gar nicht fertig gestellter Flughafen BER wurde wundersamerweise benutzt.

    Daher keine uneingeschränkte Leseempfehlung, sorry!

  5. #455

    Daumen hoch Vom Apfelkuchen bis zum Wiener Schnitzel

    Steffen Hensslers
    264-seitiges Kochbuch
    "Hundert Klassiker - Lieblingsrezepte - einfach gemacht!"
    erschien am 05. 10. 2023 unter der ISBN 978-3-8338-9078-9 im
    Gräfe und Unzer Autorenverlag, einem Imprint der GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH.

    Und der Titel verspricht wahrlich nicht zu viel!

    Gut strukturiert, nachvollziehbar erklärt und mit die Rezepte ausgezeichnet abrundenden Fotografien versehen (lediglich bei den Matjes klappte das wohl nicht so recht - die Situation wurde humorvoll-originell gemeistert!) ist das Buch - wenn ich es vielleicht auch nicht gerade als "Bibel" bezeichnen würde - definitiv eine Bereicherung für jede Küche.

    Es gab bei den überwiegend für 2 Personen ausgelegten Rezepten jede Menge hilfreicher Zusatzinformationen, allerdings vermisste ich bedauerlicherweise wieder einmal die Angaben von Kcal/Joule, KH, Fett und Eiweiß oder wenigstens BE.

    Fazit:
    Leseempfehlung!

  6. #456

    zwinker Schockverliebt in kluga-a-enden Protagonisten

    Das für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren empfohlene 72-seitige Buch

    "Das Klugscheißerchen"
    von
    Marc-Uwe Kling (Illustrationen von Astrid Henn)
    erschien unter der ISBN 978-3-551-52282-5 am 20.10.2023 im
    Carlsen Verlag.
    Wenn ich "6 Jahre" auch für etwas früh finde - ich selbst habe mich schockverliebt, obwohl ich beschämt gestehen muss, dass die Lektüre an meine niederen Instinkte wie z. B. Schadenfreude und einen gewissen eigenen Hang zur Rechthaberei appellierte.
    Aber der Reihe nach.
    Auf der Rückseite ist der Titelheld zu sehen, der in einer Sprechblase verkündet: "Kleiner Tipp: Man liest ein Buch von vorne. Das hier ist hinten." (Ich lese oft zuerst hinten - nicht unbedingt der Geschichte wegen, da fiel ich zu oft herein, als ich eine Leseprobe erwischte - und stöbere in Nachworten, Danksagungen etc.)
    Die in den vorderen und hinteren Einbandinnenseiten abgedruckten Klugscheißerchenweisheiten entlockten mir das 2. breite Lächeln nebst einem weiteren Gefühl des Ertapptseins.

    Im Buch geht es um die 8 bzw. 11-jährigen Kinder der Familie Theufel, Tina und Theo. Ihnen begegnet eine mich innerlich und äußerlich entfernt an Bernhard Hoecker und Torsten Sträter (der mir den Gebrauch der Replik "Ich danke IHNEN!" nachhaltig vermieste) ein kleines, rot behostes türkisfarbenes Wesen, das Klugscheißerchen eben.

    Dieses entlarvt erbarmunglos sowohl offenbare Unrichtigkeiten (Ein Delfin ist kein Fisch) als auch - sträterähnlich - sprachliche Ungereimtheiten (Wir essen die Teller normalerweise nicht AUF, sondern allenfalls LEER), spricht die Dativ-Genitiv-Problematik an und den anscheinend unkaputtbaren "als" & "wie"-Missbrauch.

    Das Känguru lässt grüßen.

    Leseempfehlung!

  7. #457

    Daumen hoch Rundherum empfehlenswertes Weihnachtsbuch für die Allerkleinsten

    Annette Mosers
    14 stabile, für noch ungeübte Kleinkinderhände daher besonders geeignete Pappseiten umfassendes Kinderbuch
    "Weihnachtszeit! Bald ist's so weit"
    wird ab einem Alter von 2 Jahren empfohlen und erschien am 27. 09. 2023 unter der ISBN 978-3-328-30262-9 im
    Verlag "Penguin Junior".

    Die Autorin teilt offensichtlich meine Vorliebe für Alliterationen (ihre tierischen Helden heißen "Doro Dachs", "Eddi Eichhörnchen", Elfi Eule", "Ibo Igel" sowie "Kiki Kaninchen") und achtet zudem bei deren jeweiligen Zweizeilern auf ein geschmeidiges Versmaß.
    Da macht Vorlesen Freude und die Kids bekommen Sprachgefühl vermittelt.

    Der altersangemessene Text enthält 30 zum Spielen und Entdecken einladende Klappen und wird durch die ihn hervorragend ergänzenden Illustrationen von Rebecca Mönch abgerundet.
    Auch das Cover passt und gefällt.

    Dieses Buch in der Tradition von Klassikern wie "Etwas von den Wurzelkindern" ("Die Wurzelkinder") von Sibylle von Olfers und "Die Häschenschule" von Fritz Koch-Gotha und Albert Sixtus empfehle ich sehr gerne weiter!
    Geändert von sheherazade (29-10-2023 um 19:21 Uhr) Grund: Ergänzungsdanke ;-)

  8. #458

    Seriendebüt mit Luft nach oben

    Katrine Engbergs
    464 Seiten umfassender Kriminalroman
    "Glutspur - Die Wurzeln des Schmerzes - Der erste Fall für Liv Jensen" (Originaltitel: "Det brændende blad"; aus der dänischen in die deutsche Sprache übersetzt von Hanne Hammer)
    erschien am 28. 09. 2023 unter der ISBN 978-3-492-06511-5 im
    Verlag Piper.
    Das von Petrolblaunuancen in Schwarz übergehende Waldmotiv auf dem Cover passt zum erzählten Geschehen und gefällt mir überaus gut.
    Die Titelheldin der Reihe ist Liv Jensen, eine ehemalige Polizistin, welche sich in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen als Privatdetektivin selbständig gemacht hat.
    Die Geschichte wird in mehreren gut voneinander unterscheidbaren Handlungssträngen erzählt, teilweise geht es zurück bis in die 1940er Jahre, als die Nazis Dänemark besetzt hielten und da ebenfalls die Juden verfolgten. Es finden 3 Religionen Erwähnung: Christen- und Judentum sowie der Islam.
    Wichtige Rollen in der Gegenwart spielen die Krisenpsychologin Hannah, deren wegen des Mordes an seiner Frau inhaftierter Bruder während eines ihm anlässlich der Beerdigung seiner Mutter gewährten Freiganges Selbstmord beging und der iranische Automechaniker Nima. Ein vor 3 1/2 Jahren verübter Mord an einem Journalisten und der Tod einer Museumsangestellten setzen weitere Ermittlungen in Gang.
    Fazit:
    Gründliche Recherche durch Liv, bedauerlicherweise nicht immer zufriedenstellende Übersetzungen, ein lebendiger Schreibstil sowie eine überraschende aber letztendlich nachvollziehbare Auflösung und einige vermutlich Stoff für Folgebände liefern sollende lose Fäden = Bedingte Leseempfehlung!

  9. #459

    Daumen runter Leider enttäuscht

    Inger-Maria Mahlkes
    496 Seiten umfassender Roman
    "Unsereins"
    ist für den 14.11.2023 im
    Verlag Rowohlt
    unter der ISBN 978-3-498-00181-0 angekündigt.
    Neben einem minimalistisch-grauen Cover verfügt er über ein Lesebändchen, 2 Stadtplanauszüge aus den Jahren 1895 & 1905 sowie ein sich für mich als hilfreich erweisendes Personenverzeichnis.
    Die Lektüre brachte mich an meine Grenzen, denn zwar war ich - seit der Schullektüre von "Tonio Kröger" recht angetan von Thomas Mann - darauf eingestellt, etwas "Buddenbrooks"-Ähnliches präsentiert zu bekommen und las auch mehrfach und stets mit Freude alle Bände der mit jenem Werk oft verglichenen "Forsyte-Saga" (einschl. des "Cherrell-Chronik"-Anhangs!) des britischen Literaturnobelpreisträgers John Galsworthy, aber trotz des oben bereits erwähnten Personenverzeichnisses wollte sich auch nach mehrfachen ernsthaften Bemühungen leider keine rechte Lesefreude einstellen.
    Frau Mahlkes Werk stellte sich für mich bedauerlicherweise als erheblich zu "personenüberfrachtet" heraus, wenn auch einzelne Schicksale unbestreitbar berührend waren - der "rote Faden" und die Lesefreude blieben zunehmend auf der Strecke.

  10. #460

    Daumen hoch Appetitanregende Lektüre

    Alex Wahis
    unter der ISBN 978-3-8338-9175-5 am 02.11.2023 bei der
    Gräfe und Unzer Verlag GmbH
    erschienenes 192 Seiten umfassendes Kochbuch
    "Easy Indien"
    vermochte mich auf Anhieb zu begeistern.

    Der mir bisher noch nicht bekannte (TV)Koch mit deutschen und indischen Wurzeln schreibt locker-flockig, jedoch sowohl informativ als auch unterhaltsam.

    Seine Appetit weckenden, nachvollziehbar erklärten sowie häufig mit Extratipps wie Ausweichprodukten, Ergänzungs- oder Variationsvorschlägen versehenen Rezepte sind, abgesehen von der Rubrik "Drinks & Sweets"
    (weitere sind "Grundrezepte", "Snacks & Streetfood", "Beilagen", "Fleisch & Fisch" und "Vegetarisch & Vegan" betitelt),
    jeweils für 4 Personen berechnet und enthalten neben Angaben zur Zubereitungszeit erfreulicherweise auch die jeweiligen Kcal pro Portion.
    Angesichts der stetig steigenden Anzahl von Diabetikern wären solche auch zu KH/BE m. E. durchaus wünschenswert, aber leider werden derartige Hinweise heutzutage zusehends seltener gegeben, weshalb ich die immerhin vorhandenen Kcal auch dankbarst erwähne.

    Der Autor legt zwischen den einzelnen Rubriken eine Art "Plauderseite" ein, erzählt beispielsweise, dass es im eigentlichen Sinne gar keine "Indische Küche" gibt, weil in den unterschiedlichen Regionen des Landes so viele unterschiedliche Speisen zubereitet werden wie zwischen Norwegen und Griechenland und man dies dann "Europäische Küche" nennen würde.
    Außerdem erklärt er den Begriff "Curry" oder, dass die Inder wesentlich weniger Fleisch essen als wir Europäer, und er deshalb sozusagen als "Kompromiss" einige Rezepte mit Rindfleisch europäischen Gaumen zuträglicher zu machen versuchte.

    Die ansprechenden Bilder sind von Vivi D'Angelo mit Ausnahme des Covers sowie der Seiten 7, 58, 123 sowie 184, welche Jens van Zoest fotografierte.

    Von Gewürzmischungen über Ghee, Currybutter, Paneer/Käse, Verwendung von Kardamon, Knoblauch und Koriander, Gin und Rum bis hin zu Chai-Tee, Limetten-Ingwer-Limo, Ingwershot-Möhren-Kuchen, Dattel-Auberginen-Mus, Reis-Pilaw, Meatball Curry und Lachs aus Goa... eine Fülle von Input.

    Zum Abschluss ein - zumindest für mich - dickes Manko:
    Die stets eine Doppelseite (Foto und Text) füllenden Rezepte sind auf von Seite zu Seite wechselndem farbenfrohen Hintergrund gedruckt, was mir eigentlich gefällt, aber die Zutatenlisten in Mini-Schrift können notfalls zwar mit Lupe bewältigt werden, wenn jedoch hellorange auf eidottergelb stößt, wird's kontrastmäßig problematisch.

    Trotzdem: Leseempfehlung!
    Geändert von sheherazade (14-11-2023 um 07:25 Uhr) Grund: Angaben über Fotografen ergänzt

  11. #461

    Daumen hoch Familie, Film, Medizin, Politik&more 1929/30

    Helene Sommerfelds
    496 Seiten umfassendes Buch
    "Die Töchter der Ärztin - Zeit der Hoffnung"
    ist am 16.11.2023 unter der ISBN 978-3-423-21876-4 im
    Verlag dtv
    erschienen.
    Ich kannte vorher weder die Autorin bzw. das hinter dem Namen stehende Autoren-Ehepaar noch die vorhergehenden Bände der beiden Serien, fand mich jedoch trotzdem durch im Text eingestreute Rückblicke gut zurecht.
    Das Cover erscheint mir einen Hauch zu kitschig, ist aber wohl dem der vorhergehenden Teile angepasst.

    Ich schätze bei - vor allem in der Vergangenheit spielenden - Romanen sehr, wenn Kartenskizzen, Personenregister sowie Zeitangaben bei Abschnitten vorhanden sind. Der hinten zusätzlich zu findende Familienstammbaum irritierte mich zunächst etwas, weil ich nicht sofort erkannte, dass er, mMn unüblich, von unten nach oben betrachtet werden muss.

    Die in angenehmem Schreibstil erzählte Handlung spielt 1929/30 in Berlin, Bayern, den USA und nimmt gelegentlich auch rückblickend Bezug auf in Afrika spielendes Geschehen.
    Die mit unterschiedlich sympathischem "Personal" besetzte Geschichte um div. Liebesfreud und -leid von 4 Generationen wird häufig durch politische (zunehmendes Erstarken der NSDAP) und berufliche (6 MedizinerInnen!) Vorkommnisse nachhaltig geprägt.
    Gefallen haben mir jedoch auch die Einblicke in das damalige Filmgeschehen in Berlin und Hollywood. Namen wie
    Fritzi Massary, Greta Garbo, Marlene Dietrich, Joan Crawford, Heinz Rühmann, Emil Jannings
    finden Erwähnung oder spielen aktiv in der Geschichte mit, ebenso Filme wie
    "Der blaue Engel", "Menschen im Hotel", "Metropolis", "Im Westen nichts Neues" oder Erich Kästners "Emil und die Detektive" (hier liegt m.E. jedoch ein kleiner Fehler vor, denn Emils Kusine heißt nicht "Polly", sondern "Pony Hütchen").
    Apropos "Fehler": Auf S. 400 steht "Tu, was Sie dir sagt." "Sie" gehört "klein".
    Insgesamt: Leseempfehlung!

  12. #462

    Daumen runter Mondscheintarif II enttäuschte

    Weil ich vor etlichen Jahren
    Ildikó von Kürthys
    Buch "Mondschein" recht unterhaltsam fand, war für mich klar, dass ich den am 05.12.23 unter der ISBN 978-3-8052-0101-8 im
    Verlag Wunderlich
    erscheinenden 320-seitigen Roman
    "Eine halbe Ewigkeit"
    ebenfalls würde lesen wollen.
    Bedauerlicherweise wurden meine Erwartungen nur bedingt erfüllt.
    Ganz unbestritten beweist die Autorin zwar auch hier erneut Eloquenz, Fantasie und Humor.
    Ihre von Selbstzweifeln geplagte und doch zugleich irgendwie unkaputtbar wirkende Protagonistin, die Mitfünfzigerin Cora Hübsch, verheiratet und Mutter dreier Kinder, führt eine Schar unterhaltsamer Nebenfiguren an, ein Großteil davon "queer".
    Trotzdem erwies sich die Lektüre zunehmend als anstrengend, denn das ständige Hinundhergehüpfe zwischen Gegenwart und Vergangenheit und einzelnen Problemzonen bzw. Personen sollte sicher die Spannung erhöhen, erweckte in mir allerdings leider eher Abbruchgedanken.
    Außerdem störten mich die ständigen Wiederholungen, beispielsweise die Hervorhebung und durch zig Anekdoten belegten charakterlichen Vorzüge ihrer früheren Freundin Johanna. Ich wollte schon manchmal rufen: "Ich hab's kapiert. Mädel! Du musst wirklich nicht Johannas Großzügigkeit, was das "verzeihen" anbelangt, direkt im nächsten Satz mit dem Wort "vergeben" wiederholen!"

    Fazit: Begrenzte Leseempfehlung


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