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  1. #46

    Kaninchenherz

    Titel: - Kriminalroman (Ein Gesine-Cordes-Krimi, Band 1)
    Autorin: Annette Wieners

    Produkt/Autoreninformation: lt. AMAZON:

    Taschenbuch: 352 Seiten
    Verlag: List Taschenbuch (8. Juni 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 354861258X
    ISBN-13: 978-3548612584
    Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 2,5 x 18,7 cm

    Annette Wieners wurde in Paderborn geboren und lebt heute in Köln. Bereits als sie 9 Jahre alt war, wurde ein Verlag auf sie aufmerksam und wollte ihre Geschichten veröffentlichen. Sie war dagegen und verbrannte die Texte. Viele Jahre lang blieb sie dabei: Sie schrieb und vernichtete die Manuskripte, sobald sie fertig waren. Sie studierte in Münster, wurde Hörfunk-Journalistin und verfasste Drehbücher fürs Fernsehen. Zugleich schrieb sie Erzählungen und auch Romane. Freunde brachten sie schließlich dazu, ihre literarischen Texte zu sammeln, anstatt sie zu verbrennen. Bald folgten erste Veröffentlichungen.
    Ihre Romane und Erzählungen leben von psychologischer Spannung und kraftvoller Sprache. Mit "Kaninchenherz" hat sie eine Krimi-Reihe um die Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes begonnen. "Der Friedhof ist ein einzigartiger Lebensraum", sagt Annette Wieners. "Hier treffen Menschen mit wilden Geschichten aufeinander, und am Ende unterwerfen sie sich der Natur."

    Klappentext und Buchrückseite:
    Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes ist schockiert, als sie sieht, für wen die Beerdigung am heutigen Tag ist: Ihre eigene Schwester Mareike wird begraben. Seit zehn Jahren haben sich die beiden Schwestern nicht mehr gesehen. Seit Gesines Sohn unter bis heute ungeklärten Umständen ums Leben kam. Beide gaben sich gegenseitig die Schuld an seinem Tod. Gesine hat damals alles verloren. Ihre Arbeit als Kriminalkommissarin, ihre Wohnung, ihre Familie. Warum musste ihre Schwester sterben? War es Mord? Was wissen die Eltern? Als Gesine nachforscht, stößt sie auf eine Mauer des Hasses.
    Sie haben sich seit zehn Jahren nicht gesehen. Jetzt ist eine von ihnen tot. Als Friedhofsgärtnerin Gesine die nächste Beerdigung vorbereitet, stellt sie fest: Es ist die ihrer eigenen Schwester. Nie wieder wollte Gesine etwas mit ihrer Familie zu tun haben. Als vor zehn Jahren ihr Kind gestorben ist, hat sie jeden Kontakt abgebrochen. Doch jetzt ist ihre Schwester tot. War es ein Unfall? Selbstmord? Mord? Nur wenn sich Gesine ihrer Vergangenheit als Kriminalkommissarin stellt, kann sie die Wahrheit ans Licht bringen...

    Meine Meinung:
    Diesen Kriminalroman habe ich gern gelesen, denn er ist in angenehmer, Spannung erzeugender und leicht verständlicher Erzählweise geschrieben. Die Story wird in zwei durch jeweilige Überschriften deutlich voneinanderunterscheidbaren Zeitebenen erzählt, einmal heute, als es um den Tod von Gesines Schwester Mareike Alvarez geht und dann vor zehn Jahren, als Gesine ihren zweieinhalbjährigen Sohn Philipp verloren hat. Eingeschobene mit Zeichnungen versehene Informationen über heimische Giftpflanzen runden das Ganze ansprechend ab.
    Annette Wieners schaffte es, mich wirklich lange über Täter und Tatmotiv im Unklaren zu lassen, Sympathie für die Protagonistin zu wecken und am Ende alles nachvollziehbar aufzudröseln.
    Leseempfehlung!

  2. #47

    Das gläserne Meer

    Titel: Das gläserne Meer
    Autor: Josh Weil

    Amazon verrät uns über...
    das Buch:
    Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
    Verlag: DuMont Buchverlag; Auflage: 1 (26. August 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3832197974
    ISBN-13: 978-3832197971
    Originaltitel: The Great Glass Sea
    Größe und/oder Gewicht: 14,8 x 4,6 x 21,4 cm

    den Inhalt:
    Die Zwillinge Jarik und Dima sind von Geburt an unzertrennlich. Nach dem Tod des Vaters wachsen sie auf dem Bauernhof ihres Onkels auf, die Tage verbringen sie in den Kornfeldern und die Nächte im Bann der mythischen Geschichten aus dem russischen Sagenschatz. Jahre später arbeiten die Brüder Seite an Seite in der Oranzeria, dem gigantischen Gewächshaus, das sich hektarweit in alle Richtungen erstreckt. Dieses gläserne Meer wird von im Weltall schwebenden Spiegeln beleuchtet, die das Sonnenlicht rund um die Uhr auf die Erde werfen ein künstlich geschaffener ewiger Tag, der die Produktivität der Region verdoppeln soll. Bald ist die Arbeit das Einzige, was sie verbindet: den robusten Jarik, verheiratet und Vater zweier Kinder, und Dima, den Träumer, der allein bei der Mutter lebt. Doch eine Begegnung mit dem Besitzer der Oranzeria verändert alles: Während Dima sich ambitionslos dahintreiben lässt, wird Jarik immer weiter befördert, bis sie schließlich zu Aushängeschildern gegensätzlicher Ideologien werden. Das gläserne Meer ist ein großer Roman über den Preis unserer Träume und Ideale, hochpoetisch und angefüllt mit der Magie russischer Märchen.

    den Autor:
    Josh Weil, geboren 1976, wurde 2009 von der Jury des National Book Award zu den »5 Under 35« gezählt und erhielt 2010 für seine Novellensammlung The New Valley (als Herdentiere und Das neue Tal bei DuMont erschienen) den Sue-Kaufman-Debütpreis. Er lebt mit seiner Familie in der Sierra Nevada.

    den Übersetzer:
    Stephan Kleiner, geboren 1975, lebt als freier Lektor und Übersetzer in München. Zu den von ihm übersetzten Autoren zählen T.C. Boyle, Keith Gessen, Chad Harbach, Tao Lin und Hilary Mantel.

    Meine Meinung:
    Also, unter "hochpoetisch und angefüllt mit der Magie russischer Märchen" hatte ich mir definitiv etwas anderes vorgestellt!
    Was das politische Geschehen und die an Science Fiction erinnernden Schilderungen der gläsernen Welt angeht, kann ich dem Autor allerdings Phantasie und Erzählfähigkeit bescheinigen.
    Trotzdem konnte mich diese Geschichte nicht so ganz erreichen.
    Science Fiction zählt aber zugegebenermaßen nicht zu meinen bevorzugsten Genres.

  3. #48

    Schöne Seelen

    Titel: Schöne Seelen
    Autor: Philipp Tingler

    Inhaltsangabe lt. AMAZON:
    »Ich bin aufgewachsen in einer Sphäre, wo man nicht mal sagt, was man denkt, wenn das Haus in Flammen steht«, erklärt Lauren ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Oskar Canow. Denn Oskar will eine Therapie machen. Allerdings nicht für sich selbst, sondern anstelle seines Freundes Viktor, der wiederum von seiner Ehefrau Mildred dazu genötigt wird. Philipp Tinglers neuester Roman begleitet nicht nur Oskar Canow in das Behandlungszimmer von Doktor Leonid Hockstädder, Psychohilfe der besseren Kreise, sondern seziert die gute Gesellschaft, ein Milieu, in dem die Gesichter mit Hyaluronsäure gefüllt sind, Partygeschwätz das Leben ersetzt und der Psychotherapeut kleine Aufwallungen des Gemüts zu glätten hat wie der Schönheitschirurg die Haut. Die Herzen aber sind leer. Oder doch nicht? Ein sprachlich fulminantes Meisterwerk, amüsant und unterhaltsam, reich an Geist und Tempo!

    Produktinformation lt. AMAZON:
    Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    Verlag: Kein & Aber; Auflage: 1 (1. September 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3036957235
    ISBN-13: 978-3036957234

    Über den Autor lt. AMAZON:
    Philipp Tingler wurde 1970 in Berlin (West) geboren und studierte Wirtschaftswissenschaften und Philosophie in St. Gallen, London und Zürich. Die Liste seiner Veröffentlichungen umfasst neben Belletristik und Sachbüchern diverse Arbeiten für Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen, u. a. für den »Westdeutschen Rundfunk«, »Vogue«, »Stern«, »Spiegel«, »Neon«, »GQ«, »NZZ am Sonntag« und »Welt am Sonntag«. 2001 erhielt Philipp Tingler die Ehrengabe des Kantons Zürich für Literatur; im gleichen Jahr war er nominiert für den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2008 wurde ihm der Kasseler Literaturpreis für komische Literatur verliehen. Philipp Tingler lebt in Zürich und ist u. a. Kolumnist für den Zürcher «Tages-Anzeiger« sowie Mitglied der Kritikerrunde im »Literaturclub« des Schweizer Fernsehens SRF. Bisher erschien von ihm bei Kein & Aber u. a.: »Leute von Welt« (2006), »Fischtal« (2007), »Stil zeigen« (2008), »Doktor Phil« (2010) und »Wie frei sind wir noch?« (2013).

    Meine Meinung:
    Dieser Roman von Philipp Tingler ist erheblich mehr als nur eine zum Schmunzeln anregende, flott geschriebene und leicht lesbare Gesellschaftsstudie: Es hält bitterböse den vom Schicksal Verwöhnten und trotzdem niemals Befriedigung findenden "VIPS" einen Spiegel vor.
    Der Autor beweist hier, dass er ein exzellenter Beobachter und gleichzeitig ein maßvoll übertreibender hervorragender Karikaturist ist, der den Leser ausgezeichnet zu unterhalten versteht.
    Rahmenhandlung ist die ein wenig oberflächliche Geschichte um Millvina Van Runkle, eine der Ikonen der Schweizer High Society, die nach einer ihrer zahlreichen schönheitschirugischen Behandlungen im Sterben liegt. Auf dem Sterbett wird ein Geheimnis anvertraut: Millvinas Tochter Mildred ist nicht ihr leibliches Kind, sondern adoptiert und zwar "shocking!" Sproß eines Dienstmädchens. Auf der Beerdigung findet der Verfasser Gelegenheit zu höchst treffenden und amüsanten Charakterisierungen der gar nicht so trauernden Trauergemeinde, beispielsweise als eine Dame ihrer "Freundin" das zweifelhafte Kompliment über die gut gelungene korrigierte Kinnpartie macht - und hinzufügt, dass sie sie an die Figuren der Osterinseln erinnere.
    Gesteigert wird das Ganze allerdings, als ein Freund einen anderen bittet, doch für ihn zu einer Psychologischen Behandlung zu gehen, da er selbst diese von seinem holden Eheweib aufgebrummt bekommen und selbst weder Zeit noch Lust dazu habe, der andere jedoch dort gewiss einige seiner literarischen Karriere höchst zuträgliche Charakterstudien betreiben und gleichzeitig einen Freundschaftsdienst erweisen könne. Bei den beiden Freunden handelt es sich pikanterweise um den Geheimnisträger in Sachen Millvina-Tochter und um ausgerechnet deren Ehemann. Und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf, wenn mir auch einige psychologische Betrachtungen etwas zu ausführlich ausfielen und sich mir der Sinn der zwar mir persönlich keine Probleme bereitenden aber für überflüssig gehaltenen vielen Einschübe in englischer Sprache nicht erschließen wollte.
    FAZIT: Leseempfehlung für Leute mit Grundkenntnissen der englischen Sprache und einem Sinn für dunkelgrauen Humor

  4. #49

    Original Meisterfälscher - Ego, Geld & Größenwahn

    Titel: Original Meisterfälscher - Ego, Geld & Größenwahn
    Autor: Noah Charney

    Inhaltsangabe lt. AMAZON:
    Mysteriös, skandalös und ein Hauch von Glamour: Die Geschichte der Kunstfälschung ist vollgepackt mit realen Krimis.
    Michelangelo fälscht die Antike. Reinhold Vasters narrt Experten mit perfekten Cellini-Imitationen. Tom Keating platziert Zeitbomben, Eric Hebborn erfindet Entwurfsskizzen van Dycks und Wolfgang Beltracchi verkauft einen Campendonk nach Hollywood.
    Dieses Buch macht sich auf die Spuren von Geschick und Missgeschick berühmter Meisterfälscher von der Antike bis in die Gegenwart. Was spielt sich im Kopf des Fälschers ab? Sucht er nach Ruhm, will er seine Genialität beweisen, Rache nehmen, reich werden? Geht es um Macht, um das Ego, um Geltungsdrang?
    Noah Charney, Experte für Kunstkriminalität, beschreibt, wie es den raffiniertesten Betrügern - oft so hochbegabt wie charmant - gelingt, die Kunstwelt nach Strich und Faden zu betrügen. Er entschlüsselt ihre Tricks und beschreibt, was letztlich doch zu ihrer Entlarvung führte - scharfsinnige Detektivarbeit, forensische Untersuchungen oder einfach pures Glück. Er erzählt aber auch davon, wie die Kunstwelt selbst in vielerlei Hinsicht zur Komplizin der Fälscher wird und bereitwillig in die Fallen dieser schlauen Kriminellen stolpert.

    Produktinformation lt. AMAZON:
    Gebundene Ausgabe: 296 Seiten
    Verlag: Brandstätter Verlag (31. August 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3850339211
    ISBN-13: 978-3850339216
    Größe und/oder Gewicht: 15,8 x 3 x 24,1 cm

    Über den Autor lt. AMAZON:
    Noah Charney ist Kunsthistoriker und spezialisiert auf Kunstkriminalität. Er ist Gründer und Präsident von ARCA, Association for Research into Crime against Art, eine Nonprofit-Gruppe, die sich international auf wissenschaftlicher Basis mit Kunstkriminalität befasst. Gelobt für seine Arbeit in internationalen Medien (darunter New York Times Magazine, Time Magazine, El Pais, Vogue, Vanity Fair, Playboy, Elle und Tatler), ist Charney gesuchter Gesprächspartner in Radio- und TV-Sendungen und ebenso gefragter Autor. Neben zahlreichen Fachbeiträgen zum Thema hat er 2007 mit The Art Thief seinen ersten Roman publiziert. Er lebt in Slowenien und Italien.

    Meine Meinung:
    Ich bin mir ziemlich sicher, in diesem reich bebilderten Buch mein "Sachbuch des Jahres 2015" gelesen zu haben.
    Noah Charney hat uns in diesem spannenden Sachbuch diverse Fälschergeschichten aus verschiedenen Bereichen vorgestellt, es ging von Gemälden über Biografien und Kirchenrestaurationen bis hin zu Weinen. Auch beleuchtete er die verschiedenen Motivationen der Fälscher, wobei es denen keinesfalls immer nur um Ruhm und Geld gegangen ist, sondern oft genug auch gekränkte Eitelkeit und /oder eine Portion Schabernack eine Rolle spielte. Sehr kuriose Geschichten wie beispielsweise die jenes Mannes, der Hermann Göring betrog und so selbst dem Tod entgehen konnte oder Berichte von Fälschern, die bewusst Fehler einbauten, damit man sie im Fall der Fälle nicht wegen Fälschung belangen könnte, haben mich so gut unterhalten, dass ich das Buch kaum aus den Händen zu legen vermochte. Historisch bedeutsame Fälschungen auch aus Kirchenkreisen bis hin zu nur aufgrund fehlerhafter Keilschrift aufgeflogenen Fälschern fand ich überaus unterhaltsam.
    Leseempfehlung!

  5. #50

    Vom Kiez zum Kap

    Ein lebendiger, leider von Fehlern strotzender Reisebericht zweier Hamburger Fußball-Fans anläßlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 über die Strecke Hamburg-Kapstadt in einem Bulli:

    Autoren: Bernd Volkens und Kay Amtenbrink
    Titel: Vom Kiez zum Kap

    In einem Kneipengespräch unter St. Pauli-Fans entstand die Idee, mit einem Bulli zur Fußball-WM nach Kapstadt zu fahren. Diese Geschichte wird flott erzählt und man fiebert richtig mit den beiden Männern mit, wenn auch die Schilderungen der technischen Probleme mit dem Auto für meinen persönlichen Geschmack etwas zu sehr ins Detail gingen. Die von tollen Fotos begleiteten Schilderungen dieser bemerkenswerten Reise lassen neben interessanten Erlebnissen und Begegnungen auch leise Töne erkennen, beispielsweise, wenn ein dem Tod geweihtes Pavianbaby zum Kauf angeboten oder eine Frau misshandelt wird und die beiden Männer nicht wissen, wie sie sich angesichts der schwer einschätzbaren Überzahl von potentiellen Gegnern verhalten sollen.
    Ein riesengroßes Minus ist aber das massenhafte Auftreten von Fehlern aller Art:
    Die Interpunktion wurde anscheinend nach dem Streubüchsenverfahren und entschieden zu gering ausgeteilt.
    Negativhighlight war der "Nachna*H*me" von Kemal Atatürk - wir sind hier doch nicht bei der Post!
    Bestenfalls als "originell" bezeichenbare Satzstellungen waren an der Tagesordnung, beispielsweise S. 40:
    "Allerdings fühlt sich das extrem salzige Wasser - der Salzanteil liegt bei knapp 30 Prozent - die Nordsee hat gerade mal 3, auf der Haut ziemlich merkwürdig an." Gegenvorschlag: "Allerdings fühlt sich das extrem salzige Wasser - der Salzanteil liegt bei knapp 30 Prozent, die Nordsee hat gerade mal 3 - auf der Haut ziemlich merkwürdig an."
    Dann gibt es Sätze, in denen das Hilfsverb ohne erkennbaren Sinn mehrfach vorkommt, dann wieder Wörter, denen der letzte Buchstabe abhanden kam.
    Originell auch in zwei aufeinander folgenden Sätzen:
    "Der Funke spingt zumindest dieses mal nicht auf den Bulli über." - "Zum wiederholten Male beweisst der Synchro Nehmerqualitäten".
    Primitivste Regeln wie '"Das" mit einem "s" immer dann, wenn man "dieses" od. welches" dafür setzen kann' werden missachtet ("Ein Pärchen, dass wir...."), zusammengesetzte Substantive oft gemieden oder entweder mit Bindestrich geteilt oder gleich in einmal kleingeschrieben und einmal großgeschrieben verunstaltet.
    Auch sollte man von Hamburgern eigentlich statt einer "steifen Bri*e*se" eine "steife Brise" erwarten dürfen.
    Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.
    Ich bin ganz gewiss nicht fehlerfrei, bei mir heisst es aber auch nicht "Lektorat: XY"!
    Schade, das wertete das Buch für mich massiv ab!

  6. #51

    Salzverkrustet

    Titel: Salzverkrustet
    Autor: Christoph Gusel

    Worum gehts?
    Eine österreichische Jungfamilie möbelt alteres Segelschiff auf und schippert damit 2013/14 durch das Mittelmeer.

    Minuspunkte: Die Seitenzahlen und Bilderklärungen waren extrem klein gedruckt.
    Ich hätte gern eine Karte gehabt, auf der ich die Reiseroute leicht hätte verfolgen können.
    Ferner vermisste ich eine Art Vokabelverzeichnis, das mir etliche Begriffe aus dem Bereich der Seefahrt erklärt hätte.
    Abgesehen davon konnte ich mich ganz dem Geschehen hingeben und hatte ein großartiges und von vielen schönen Farbfotos noch unterstütztes Kopfkino sowie wirklich viel Freude an der angenehmen Erzählweise. Deren "Ton" war sehr sympathisch, so, dass man sagen könnte "Diese Menschen würde ich gern zu meinem Bekanntenkreis zählen und ihnen zuhören!" Der Humor sagte mir sehr zu, auch, wenn ich den lustigen an eine potentielle Reisebegleitung gestellten Anforderungen kaum genügen könnte.
    Auch bei ernsteren Themen hatte ich stets den Eindruck, dass den Tatsachen entsprechend, aber nie absichtlich abwertend Stellung genommen wurde.
    Die weniger appetitlichen, aber halt auch zum Schiffsalltag gehörenden Themen wurden ebenfalls angeschnitten, aber in einem nicht die Freude verderbenden Stil und Umfang.
    Ich kann also zusammenfassend dieses Buch nicht nur reiselustigen Segelfans zu empfehlen!

  7. #52

    Wein muss rein! - Berauschend gute Rezepte

    Titel: Wein muss rein!
    Autor: Léa Linster
    Illustrationen: Peter Gaymann

    AMAZON über das Buch:
    Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
    Verlag: ars vivendi verlag GmbH & Co. KG (23. September 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3869135891
    ISBN-13: 978-3869135892
    Größe und/oder Gewicht: 22 x 2,2 x 28 cm

    AMAZON über die Autoren:
    Über die Autoren:
    Léa Linster, 1955 in Differdingen (Luxemburg) geboren, gehört zu den »renommiertesten Gourmetköchen der Welt. Als bislang einzige Frau erkochte sie sich 1989 den »Bocuse d'Or« - die höchste Auszeichnung für Köche. Seitdem ist ihr Bekanntheitsgrad stetig gestiegen: Sie hat bereits mehrere Bücher publiziert, von 2001 bis 2013 schrieb sie eine Rezeptkolumne in der Brigitte. Sie war Jurymitglied in der Kochshow The Taste (SAT.1), ihre Autobiografie »Mein Weg zu den Sternen - Aus meinem Leben« steht aktuell auf der Spiegel-Bestsellerliste.
    Peter Gaymann, 1950 in Freiburg (Breisgau) geboren, lebt und arbeitet als freier Zeichner in Köln. Insbesondere seine Hühner, genannt: sein »Huhniversum«, haben ihn bekannt gemacht. Auch für die »Paar Probleme«, die er seit vielen Jahren in der Zeitschrift Brigitte veröffentlicht, ist er berühmt. Daneben erschienen seine Illustrationen im ZEITmagazin, in der Bunten, der taz und Maxima.

    AMAZON über den Inhalt:
    Ein Duo das reinen Wein einschenkt.
    Zwei Überzeugungstäter sind zurück - und diesmal haben sie Wein mitgebracht. Viel Wein. Denn nach dem großen Erfolg von "Das Gelbe vom Ei" widmen sich die Spitzenköchin Léa Linster und der Künstler Peter Gaymann in ihrem zweiten gemeinsamen Kochbuch voller Hingabe dem edlen Getränk. Sie kreiert damit hinreißende Gerichte; er zeichnet mit schwungvoller Hand witzige, weinselige Miniaturen. Kein Wunder, dass dabei ein kulinarisch-visuelles Gesamtkunstwerk entstanden ist - mit über 50 Rezepten wie Seezunge mit Schampus-Krabben und Lauch-Linguine, Ente mit pikanter Glühweinsauce oder Nugat-Halbgefrorenes mit Krokant und Vin Santo. Ein Fest für Weinliebhaber und Cartoonfreunde, Hobbyköche und Genießer - vor allem aber ein Buch mit einer glasklaren Botschaft: Wein muss rein! Kreative Gerichte rund um den Rebensaft von Spitzenköchin Léa Linster, garniert mit humorvollen Illustrationen von Peter Gaymann. Mit über 50 Rezepten für Weinliebhaber, Hobbyköche und Genießer.

    Meine Meinung:

    Dieses bemerkenswerte mit vielen großen und farbigen Bildern gestaltetete Buch sieht mit seinem dunkelroten Einband ansprechend aus und wirkt vermutlich in jedem Bücherregal überaus dekorativ.
    Es dort sein Dasein fristen zu lassen, wäre aber sehr schade.
    Nach kurzen sympathischen Einführungsworten geht es zügig zur Sache.
    Verständlich erklärt und zum Nachmachen einladend werden viele leckere Rezepte vorgestellt.
    In dieser Rezeptsammlung ist wirklich für fast jeden Geschmack und jeden Anlass etwas dabei.
    "Fast", weil Vegetarier und Veganer hier wohl kaum ausreichend fündig werden dürften.
    Ich finde es außerdem bedauerlich, dass weder Angaben zur Zubereitungsdauer noch über die für Diabetiker wichtigen Broteinheiten sowie Kalorien, Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate zu finden waren.
    Abgesehen davon aber ist dieses Buch wirklich in vielfacher Hinsicht sehr bemerkenswert.
    Allein das Betrachten der vielen witzigen Zeichnungen von Peter Gaymann ist ein Vergnügen.
    Auch hat mir gut gefallen, dass im Anschluß an die Rezepte noch Tipps für die Zubereitung allgemeiner Standards wie z. B. verschiedene Fonds, geklärte Butter etc. gegeben wurden.
    Achja: Gute Nachrichten für Obelix*g*: Miraculix' Kreation dürfte in dem Zaubertrank von Léa Linster ernsthafte Konkurrenz entstanden sein, da dieser ebenso leicht machbar wie wirksam ist.
    Zusammenfassend: Unbedingte Empfehlung, sowohl für den eigenen Gebrauch als auch als (Weihnachts-?)Geschenk.

  8. #53

    Trauer ist eine lange Reise

    Titel: Trauer ist eine lange Reise: Für dich auf den Jakobsweg
    Autor: Georg Koeniger

    Produktinformation:
    Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    Verlag: Malik (14. September 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3890294677
    ISBN-13: 978-3890294674
    Größe und/oder Gewicht: 13,8 x 2,4 x 21 cm

    Über den Autor:
    Georg Koeniger, geboren 1957, ist seit über 25 Jahren Kabarettist, Regisseur und Autor. Während der Krankheit seiner Frau erlebte er es als eine besondere Herausforderung, jeden Tag auf der Bühne stehen und Späße machen zu müssen. Radfahren ist neben Klettern Koenigers zweite große Leidenschaft. Bei Piper und Malik erschienen seine beiden Bücher »Cliffhänger« sowie »Bis dass die Autotür uns scheidet«.

    Inhaltsangabe:
    Kabarettisten sind lustige Kerle, auf der Bühne und im Leben. Das weiß jeder. Aber was ist, wenn so jemand den Menschen verliert, den er liebt? Darf auch ein frischgebackener Witwer witzig sein? Und kann eine Pilgerreise selbst dann Wunder wirken, wenn man bisher nicht viel vom Pilgern hielt? Die Frau des Kabarettisten Georg Koeniger ? sportlich, kerngesund und Nichtraucherin ? erkrankt im September 2012 an Lungenkrebs. Ihr größter Wunsch ist es, den Jakobsweg zu wandern. Doch sie schafft es nicht mehr ? die Krankheit ist stärker. So setzt er sich in Würzburg aufs Fahrrad und fährt für sie los. Nach vier Wochen, 500.000 Pedalumdrehungen und fast 2500 Kilometern gelangt Georg Koeniger nach Santiago de Compostela. Eine Reise mit ungeahnten Hindernissen und vielen glücklichen Zufällen, die Abenteuer, Abschied, Selbstbesinnung und Neubeginn ist und bei der ? aller Trauer zum Trotz ? Koenigers Humor immer wieder aufblitzt.
    (Quelle: Amazon)

    Meine Meinung:
    DEFINITIV EINES MEINER LESEHIGHLIGHTS DES JAHRES 2015!!
    Vor einigen Jahren habe ich schon einmal mit Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" ein mich ungemein berührendes Buch über eine Absolvierung des Jakobsweges gelesen, aber dieses Buch hier beeindruckt mich beinahe noch etwas mehr. Obwohl, eigentlich kann man diese beiden Bücher gar nicht miteinander vergleichen, denn Hape ging mit ganz andern Voraussetzungen, Georg Koeniger ging nicht, er radelte, er absolvierte zudem den ganzen Weg, er flog nicht wie Hape einen Großteil der Strecke, sondern startete bereits in Deutschland, in Würzburg.
    Georg Koenigers Buch bietet, wie auch jenes von Hape, eine Karte, die es dem geneigten Leser erleichtert, mittels Zeigefinger die Reise zu verfolgen, und ein Lesebändchen. Ich habe die Karte immer wieder mit Freuden zu Rate gezogen.
    Koeniger beginnt mit dem Abreisemorgen und erzählt dann mehr oder weniger parallel einmal von seinem Weg von Würzburg durch Frankreich und Spanien bis hin nach Santiago de Compostela und dann von der Zeit ziemlich genau ein Jahr zuvor, als seine Ehefrau Andrea den Krebstod starb. Er schildert das Sterben eindringlich und nachvollziehbar und genau in der richtigen Dosierung und ohne falsches Pathos. Der Tod seiner Frau ist auch ein wesentlicher Grund für das Jakobsweg-Unternehmen. Manchmal verzweifelt, manchmal ironisch, manchmal melancholisch... immer liebe-voll und authentisch klingend konnte ich die beschriebenen Gefühle gut nachempfinden.
    An zwei Stellen konnte ich sogar breit grinsen: Man merkt Koeniger seinen Beruf als Kabarettist deutlich an, als er einmal von der Schöpfungsgeschichte erzählt (Gott war ganz schön im Stress und konnte einige seiner Visionen nicht verwirklichen, wie beispielsweise die äußere Erscheinung der Pinguine, die mit langen Reiherbeinen geplant waren. Wegen Lieferschwierigkeiten bei den Reiherbeinen klebten die Helfer eigenmächtig die Füße gleich an den Pinguinkörper, was Gott zu der Anordnung brachte, diese wenig ansehnlichen Tiere an den von nur wenigen Betrachtern frequentierten Südpol zu verbannen und ihnen die Flügel zu stutzen, "damit sie nicht abhauen können") und dann schildert, wie es denn überhaupt dazu kam, dass ausgerechnet Santiago de Compostela ein Wallfahrtsort wurde (800 Jahre nach Chr. hatten die Mauren fast ganz Spanien besetzt und der damalige König brauchte ein Motiv, seine Bevölkerung dazu zu bringen, sich gegen die Maurenherrschaft aufzulehnen. In einer ernsthaften Beratung kommen die tollsten Vorschläge - ausgerechnet ein Kirchenmann erwähnt ein exquisites Bordell, ein anderer Rat fordert Reliquien, ein Wunder wird ebenfalls in Erwägung gezogen -, aber keiner findet Gnade vor dem König ("Wenn Jesus soviele Nägel gehabt hätte, wie es jetzt schon an angeblichen Kreuznägeln gibt, hätte er einen Fakirladen eröffnen können") und so findet endlich ein kleiner Knappe Gehör, der vorschlägt, dem wenig bekannten Apostel Jakob doch nachträglich ein Wirken auch in Spanien anzudichten und deshalb einige von einem Eremiten gefundene Knochen als von Mönchen nach Galizien gebrachten Rückstände Jakobs erklären zu lassen ("Wer will das nach 800 Jahren noch überprüfen?!". Der König erteilte Anweisung, das Ganze noch etwas "aufzuhübschen", so kamen dann noch die Muscheln hinzu, die heute noch den Jakobsweg kennzeichnen und auch im Buch einzelne Abschnitte voneinander trennen).
    Aufgelockert durch solche Anekdötchen bringt einen das Buch nicht dazu, selbst in Tieftrauer zu versinken, zumal es dem Leser möglich gemacht wird, langsam und glaubhaft - nicht durch "Wunder" - ein Heilen der Seele und ein langsames Zurückkehren ins Leben Georg Koenigers mitzuerleben.
    Geändert von sheherazade (15-10-2015 um 15:08 Uhr)

  9. #54
    fraktal
    unregistriert
    Seit 3 Tagen gibts das neue Buch von Neal Stephenson.
    Dessen Bücher begleiten mich seit Jahren und ich hale ihn für einen wirklich einzigartigen und herausragenden Schriftsteller.

    Das neue heißt im Orginal "Seveneves", leider hat man den schönen Titel zu "Amalthea" eingedeutscht.

    Am Wochende sollte ich es in den Fingern haben und ich tauch dann wahrscheinlich vollkommen ab


    Aus Amazon:
    Pressestimmen

    »Die extreme Bandbreite und enorme Tiefe von ›Amalthea‹ ist beeindruckend. Ein herausragendes Buch.« (Library Journal (starred review))

    »Manchmal beschleicht einen bei der Lektüre von Neal Stephensons Romanen das Gefühl, dass er nicht nur einer der besten englischsprachigen Gegenwartsautoren ist, sondern der einzige.« (Time Magazine)

    »In diesem faszinierenden Roman scheinen Stephensons Einblicke in das menschliche Wesen auf wie ein heller Vollmond.« (Boston Globe)

    »Der einzige Haken an einem Buch wie diesem ist, dass einem nach der Lektüre für die nächsten Monate alles andere klein und vorhersehbar erscheint.« (The Guardian zu »Anathem«)

    »Neal Stephenson ist ein genialer Geschichtenerzähler.« (Süddeutsche Zeitung)
    Über den Autor und weitere Mitwirkende

    Neal Stephenson wurde 1959 in Fort Meade, Maryland, geboren. Seit seinem frühen Roman »Snow Crash« gilt der mehrfach ausgezeichnete Autor als eines der größten Genies der amerikanischen Gegenwartsliteratur. »Cryptonomicon«, seine Barock-Trilogie mit den Bänden »Quicksilver«, »Confusion« und »Principia«, sowie »Anathem«, der Thriller »Error« und sein jüngstes Werk »Amalthea« wurden weltweit begeistert aufgenommen und stürmten die Bestsellerlisten.

  10. #55
    Nun, das war eigentlich eher eine Autor- als eine Büchervorstellung, oder?!:-)
    (Wäre eventuell eine Idee für einen eigenen thread...)
    Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Spaß mit dem neuen Buch.
    Wenn Du damit "durch" bist, kannst Du ja hier eine Rezension schreiben, sofern Du Zeit und Lust hast!
    Schönen Sonntag!
    *wink*

  11. #56

    Natürlich Brot backen

    Titel: Natürlich Brot backen
    Autor: Werner Kräling und Meinolf Kräling

    Inhaltsangabe lt. AMAZON:
    Ein gutes Brot braucht nicht mehr als Mehl, Wasser, Hefe, Salz und einen Natursauerteig. Und natürlich viel Zeit für die Teigreife, damit sich das wunderbare, ursprüngliche Brotaroma entfalten kann. Freilich ist das Brotbacken nicht ganz einfach, aber wenn die Rezepte von den beiden Profis Werner und Meinolf Kräling kommen, dann steht dem Gelingen nichts mehr im Wege. Die beiden renommierten Bäckermeister erklären in diesem Buch alles, was man zur Brotherstellung in der heimischen Küche wissen muss ? Angefangen bei einfacheren Brotrezepten aus Hefeteig über Vollkornbrote bis hin zu anspruchsvollen Rezepten mit Natursauerteig und raffinierten Herstellungsverfahren. 66 Rezepte für anspruchsvolle Brotliebhaber, die keine Wünsche offen lassen. Wissenswerte Grundlagen werden verständlich erklärt und viele fachliche Tipps und Tricks der Bäckermeister verraten, wie das selbstgebackene Brot sicher gelingt.

    Produktinformation lt. AMAZON:
    Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
    Verlag: Matthaes Verlag (16. November 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3875154096
    ISBN-13: 978-3875154092
    Größe und/oder Gewicht: 21 x 2 x 28,2 cm

    Meine Meinung:
    Ein sowohl interessantes als auch optisch überaus ansprechendes Buch, das meiner Auffassung nach zudem hervorragend als Weihnachtsgeschenk geeignet ist!
    Heute wird ja bedauerlicherweise kaum noch selbst gebacken (und wenn, dann häufig lediglich mit einer im Supermarkt gekauften Fertigteigmischung und/oder einem Backautomaten). Schade. Es ist nämlich regelrecht ein sinnliches Vergnügen, seinen Teig per Hand zu kneten (möglicherweise werden da unbewusst Erinnerungen an das "Herumgepampe" mit Buddeleimer, Förmchen, Sieb und Schaufel als Kind am Strand geweckt). Außerdem ist ein gutes Gefühl, genau zu wissen, was alles drin ist, ja, dies sogar selbst zu bestimmen. Und dann erst der Geruch, der durch das Haus zieht... einfach toll. Auf eine Scheibe frisches, noch ein wenig warmes Brot muss außer Butter eigentlich gar kein Belag mehr drauf!
    Leider ist in unserem heutigen Alltag irgendwie kaum Zeit dafür. Aber dem, der sie sich nehmen kann und will, für den kann dieses Buch wirklich eine nette Inspiration sein.
    Vermisst habe ich bedauerlicherweise wieder einmal die Angaben zu BE/Kcal/KH/Eiweiß/Fett
    Positiv ist mir hingegen aufgefallen, dass die Autoren recht deutlich machten, dass irgendwelche momentan gerade mal wieder durch die Frauenzeitschriften geisternden "Geheimtipps" wie beispielsweise Salze mit exotischen Bezeichnungen meistens überhaupt nicht erforderlich sind und eigentlich nur das eigene Portemonaie leerer machen.
    Geändert von sheherazade (22-11-2015 um 08:41 Uhr)

  12. #57

    Das dunkle Herz der Welt

    Titel: Das dunkle Herz der Welt
    Autorin: Liliana le Hingrat

    Inhaltsangabe lt. AMAZON:
    Das heutige Rumänien im 15. Jahrhundert: Vladislav Basarab Draco, Ritter des Drachenordens, kämpft um den walachischen Thron seines Vaters. Dabei gerät er in Konflikt mit den Königen von Ungarn und Polen, die, selbst verfeindet, ihren eigenen Anwärter auf den walachischen Thron setzen wollen.
    Im Alter von fünf Jahren von seiner Familie getrennt, wächst Vladislav am Hof König Sigismunds auf, als Geisel und Garant für die Politik seines Vaters, des Fürsten Mircea Basarab. Der ungarische Monarch, der auch der Großmeister des Drachenordens ist, nimmt ihn in seine Dienste und am 8. Februar 1431, in Nürnberg, in die höchste Klasse der Societas Draconis auf.
    Vladislavs bester Freund und Schwertbruder János Hunyadi, Sohn eines Kleinadligen, erfährt am Tag zuvor von dem polnischen König Jagiello, dass er der uneheliche Sohn Sigismunds ist. Voller Neid verfolgt er die Zeremonie seines Freundes und meint, dass die Ehrungen ihm und nicht Vladislav zustehen. Als er von Vladislav vor den Augen König Sigismunds auch noch im Turnier besiegt wird und obendrein zusehen muss, wie Vladislav, obwohl er verheiratet ist, seine verehrte Clara von Thegzes verführt, wandelt sich die Freundschaft in Missgunst und Hass.

    Produktinformation lt. AMAZON:
    Broschiert: 768 Seiten
    Verlag: Knaur TB (2. November 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3426517590
    ISBN-13: 978-3426517598
    Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 4 x 21,3 cm

    Über die Autorin lt. AMAZON:
    Liliana Le Hingrat wurde 1967 in Rumänien geboren. Sie studierte Geschichtswissenschaften an der Universität "Alexandru Ioan Cuza" zu Iasi und arbeitete als freie Korrespondentin für eine rumänische Tageszeitung. Ihre erworbenen Fachkenntnisse während des Geschichtsstudiums sowie die Leidenschaft fürs Schreiben flossen in ihren historischen Debütroman "Das dunkle Herz der Welt" ein. Liliana Le Hingrat nahm an mehreren renommierten Schreibseminaren teil. Heute lebt sie in der Nähe von Köln und engagiert sich für die Restaurierung der einsturzgefährdeten Kirchburgen aus Transsylvanien in Rumänien.

    Meine Meinung:
    Den meisten dürfte Vampir "Dracula" ein Begriff sein. Hier geht es um die Geschichte der hinter dem berühmt/berüchtigten Blutsauger steckenden historischen Person.
    Mit diesem Buch hatte ich anfangs einige Schwierigkeiten, denn nicht alle Worte waren mir vertraut und es gab viele Namensgleich- und ähnlichkeiten und ohnehin eine Menge handelnder Personen.
    Dann jedoch entdeckte ich hinten im Buch ein geradezu beispielhaftes Personenvereichnis, in dem alle wichtigen Personen angenehm sortiert nach Handlungsort bzw. Herrscherhaus aufgeführt und sogar unterteilt in "fiktiv" und "authentisch" aufgeführt werden. Ferner gibt es ein bemerkenswertes Nachwort und dann im vorderen und hinteren Umschlag noch zwei hilfreiche Karten.
    Dieser Band stellt den Auftakt einer geplanten Trilogie dar, ist in sich jedoch dankenswerterweise abgeschlossen und verständlich. "Der" Dracula ist am Buchende allerdings noch keine 20 Jahre alt, hier geht es hauptsächlich um das Leben seines Vaters. Dieser Vater und zwei seiner drei Söhne geraten in Gefangenschaft, wo alle auf verschiedenste Art starken und historisch belegten Folterungen ausgesetzt sind, deren Schilderungen von der Autorin nach eigenen Worten bereits "entschärft" wurden und auf mich auch keinesfalls irgendwie "effekthäscherisch" wirkten, trotzdem vielleicht für manchen Leser nur schwer zu ertragen sein könnten. Blutig ist die ganze Geschichte ohnehin, weil da jeder gegen jeden kämpft und sich ständig neue Verbündete und Verräter einfinden und die Kirche immer mittendrin mitmischt. Aber es gibt auch Edelmut, Heldentum, Liebe und einen geheimnisvollen Heiler, meine Lieblingsfigur im Buch.
    Blutsaugende Beisser spielten bisher nicht mit
    Leseempfehlung!

  13. #58
    Zitat Zitat von sheherazade Beitrag anzeigen
    Nun, das war eigentlich eher eine Autor- als eine Büchervorstellung, oder?!:-)
    Immerhin überhaupt mal jemand, der sich getraut hat, dazwischen zu grätschen.

    Ich finde den Thread bislang nicht wirklich einladend. Eine Textwüste, irgendwie spröde und sperrig, und nicht wirklich lustmachend, sich für die vorgestellten Bücher zu interessieren. Wie wäre es, Titel und Autor wenigstens mal in fett und/oder mit einer größeren Schrift hervorzuheben oder zitierte Texte als Quote oder die eigene subjektive Bewertung etwa kursiv zu setzen? Vielleicht auch Einrückungen? Einfach etwas mehr Orientierung für die Augen?

    Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Vielleicht machst du das ja auch eher als eine Art Dokumentation der gelesenen Bücher für dich selber als für andere potenziell Interessierte. Oder es ist dir daran gelegen, primär Leute zu erreichen, die sich überhaupt die Mühe machen, sich dadurch zu wurschteln.

    Geändert von Will.Hunting (22-11-2015 um 15:24 Uhr)

  14. #59
    Zitat Zitat von Will.Hunting Beitrag anzeigen
    Immerhin überhaupt mal jemand, der sich getraut hat, dazwischen zu grätschen.

    Ich finde den Thread bislang nicht wirklich einladend. Eine Textwüste, irgendwie spröde und sperrig, und nicht wirklich lustmachend, sich für die vorgestellten Bücher zu interessieren. Wie wäre es, Titel und Autor wenigstens mal in fett und/oder mit einer größeren Schrift hervorzuheben oder zitierte Texte als Quote oder die eigene subjektive Bewertung etwa kursiv zu setzen? Vielleicht auch Einrückungen? Einfach etwas mehr Orientierung für die Augen?

    Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Vielleicht machst du das ja auch eher als eine Art Dokumentation der gelesenen Bücher für dich selber als für andere potenziell Interessierte. Oder es ist dir daran gelegen, primär Leute zu erreichen, die sich überhaupt die Mühe machen, sich dadurch zu wurschteln.

    Danke für Dein Feedback!
    Es tut mir leid, dass Du das so uneinladend, sperrig, spröde etc empfindest.
    Im threadtitel erscheint der Buchtitel - bei mir jedenfalls - in dickerer Schrift.
    Hervorhebungen in größerer, kleinerer oder kursiver Schrift habe ich jedoch bisher niemals in Erwägung gezogen, ich halte die Absätze und Überschriften (z. B. "Produktinformation lt. AMAZON") eigentlich für ausreichend. Vielleicht versuche ich es aber im neuen Jahr mal mit "Quoten". Versprechen kann ich das aber nicht, denn mein alter PC ist in diesem Forum hier ganz besonders langsam und mit allem möglichen technischen Schnickschnack dauert es dann hier noch länger. Allein das Einloggen oder auf das Annehmen eines Beitrages-Warten ist manchmal wirklich sehr, sehr langwierig. Auch denke ich, wenn jemand sich wirklich für Rezensionen interessiert, macht er sich bzw. sein Interesse nicht von solchen Dingen abhängig. Die Klickzahlen erscheinen mir nicht gerade von Desinteresse zu zeugen.
    Nein, für mich selber mache ich das nicht. Schon für Leute, die, wie Du schreibst "sich überhaupt die Mühe machen, sich dadurch zu wurschteln".
    Ein "Hab das Buch auch gelesen, fand ich genauso!" hätte mich vielleicht ab und an gefreut, allerdings war das hier von Anfang an weniger als Diskussions- sondern in erster Linie als Rezensionsthread gedacht, deshalb auch meine Einladung an fraktal, sich zu seinem neuen Buch zu gegebener Zeit erneut zu melden.
    Einen erfreulichen Restsonntag!

  15. #60

    Frühstück mit Sophie

    Autor: Jennifer Bentz
    Titel: Frühstück mit Sophie

    AMAZON verrät dazu:

    1. Inhaltsangabe:
    Louisa ist 28 und ihr Leben gleicht einem Bausparvertrag: geplant und geregelt, auf Jahrzehnte hinaus. Herrlich! Doch plötzlich setzt ihr Freund sie vor die Tür. Zum Glück haben Sophie und Paul ein Zimmer frei. Aber in der WG der beiden Rentner geht es alles andere als ruhig zu. Cannabispflanzen auf dem Balkon, wilde Parties - Louisa versucht verzweifelt, ihren penibel strukturierten Alltag aufrechtzuerhalten. Am meisten nervt sie Ben von gegenüber, der sie nur noch ?Stuffy Lou? nennt und dummerweise verdammt sexy ist...

    2. Produktinformation:
    Taschenbuch: 304 Seiten
    Verlag: Ullstein Taschenbuch (30. November 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3548287522
    ISBN-13: 978-3548287522
    Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,5 x 18,7 cm

    3. Über die Autorin:
    Jennifer Bentz ist Jahrgang 1980, studierte Publizistik und Filmwissenschaft und lebt mit ihrem Sohn in Mainz. Nach ihrem autobiographischen Sachbuch »Einfach mal klarkommen« (Eden Books) widmet sie sich nun dem Schreiben von Romanen

    Meine Meinung:
    Es gibt bereits einen Vorläufer zu diesem Buch, den man allerdings zum Verständnis, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann, nicht unbedingt gelesen haben muss:
    "Wenn alle Stricke reißen".
    Er behandelt wohl nicht das vorausgegangene Leben der jetzigen Protagonistin Louisa, dafür wohl aber jenes der Hausbewohner, bei denen sie, als ihr Lebensgefährte ihr statt des am Valentinstag erwarteten Heiratsantrages eine überraschende Mitteilung macht, Aufnahme findet.
    Die Geschichte an sich ist relativ vorhersehbar.
    Nicht vorhersehbar ist allerdings der leicht-locker-flockige "Ton", mit dem sie erzählt wird, die schon hart an der Grenze der Glaubwürdigkeit heranschrammende Fülle skurriler Personen, die im wahrsten Sinne einen "HASCH! mich" zu haben scheinen, die man aber trotzdem irgendwie gern mögen muss, die vielen Nuancen des Humors, vom Sarkasmus bis zum Slapstick und von der Ironie bis zum Kicher-Zwang!
    Eindeutig unter "seichte Literatur" einzuordnen, auch, wenn existenzielle Fragen und Beziehungsprobleme ausgiebigst erörtert werden.
    Für einige Stunden "Abschalten" allerwärmstens zu empfehlen!


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