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  1. #2401
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Zitat Zitat von Mister Brot Beitrag anzeigen
    Katar: 46°C und es ziehen immernoch mehr Leute dahin als wegziehen ("Klimaflüchtlinge").

    Du hast gerade doch nur ein perfektes Beispiel gegeben, wie Menschen sich an ungünstige Lebensbedingungen anpassen können. Natürlich gelingt das einem reichen Golfstaat wie Katar relativ leicht. Bemängeln könnte man nun natürlich, dass viel Energie für die Kühlung "verschwendet" wird und da Katar nur ein Stadtstaat ist und keine große Fläche hat, gibt's da leider auch nicht viele Möglichkeiten, die notwendige Energie aus renewables zu beziehen. Das sieht in den Nachbarländern schon ganz anders aus.
    Man kann aus dem Artikel mit etwas Weiterdenken schon mehr rauslesen.

    1. Das ist der Ist-Zustand, also aktuell, noch bevor die von der Wissenschaft prognostizierten Erhöhung der Durchschnittstemperatur überhaupt voll zum Tragen kommt. Wenn allerdings jetzt schon solche Maßnahmen notwendig sind, obwohl praktisch noch kaum eine Erhöhung der Durchschnittstemperaturen* eingetreten ist, kann man sich vorstellen, wie viel höher der Aufwand sein wird, wenn die prognostizierte Erhöhungen der Durchschnittstemperaturen eintreten werden (selbst bei vorsichtigen Schätzungen).
    2. Katar ist ein sehr reiches Land, auf einer sehr kleinen Fläche, die können sich solche Anpassungen sowohl finanziell wie auch technologisch jetzt noch leisten. Aber dass das z.B. bei Ländern in der Sahelzone ganz anders aussieht, sollte wohl jedem hier klar sein.
    3. Ja, die Menschheit wird überleben, zumindest der Teil, der das Glück hat in Gegenden zu wohnen oder zu fliehen, in denen die Folgen des Klimawandels erträglich sein werden oder der reich genug ist, um die Folgen mit viel Geld erträglich zu gestalten. Überleben wird auch der Teil der Menschheit, der genug Geld hat, die gestiegenen Preise für Lebensmittel zu zahlen. Voraussichtlich werden aber sehr viele Menschen nicht zu diesen Glücklichen zählen.


    *Noch etwas zur Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur:
    Ich hab den Eindruck, dass so mancher hier denkt, dass es dann einfach überall auf der Welt um 2 Grad durchschnittlich wärmer wird und daher nicht so schlimm ist. Das ist ein Trugschluss.
    1. Erstens wird das nicht völlig gleichverteilt sein, es wird Gegenden geben, in denen die Temperaturen erstmal moderat steigen und Länder, in denen die Durchschnittstemperatur nicht nur 2, sondern teilweise um 4 oder 6 Grad hochgehen werden.
    2. Zweitens gibt es ja durchaus auch Annahmen, dass die Wetterextreme mit Erhöhung zunehmen, d.h. die Winter kälter und die Sommer heißer werden. Bedeutet also auch, dass es im Sommer u.U. nicht einfach nur überall 2 Grad wärmer wird, sondern z.B. 5 Grad, während es im Winter kälter ist und die Durchschnittstemperatur damit nur um 2 Grad hochgeht. Nützt aber nunmal im Sommer erstmal nicht viel, wenn es im Winter dafür kälter ist.

    Die Erwärmung der Durchschnittstemperatur hat neben Hitze und Dürren auch noch weitere unangenehme Nebeneffekte, die dazu führen werden, dass Gebiete unbewohnbar werden. Die Wissenschaftler gehen wie gesagt davon aus, dass Wetterextreme zunehmen, so dass es Gebiete gibt, die häufiger und/oder heftiger von Stürmen, Überflutungen usw. betroffen sein werden. Küstengebiete werden von einem Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein.
    Geändert von dedeli (13-11-2019 um 09:46 Uhr)

  2. #2402
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Zitat Zitat von Lieb-Ellchen Beitrag anzeigen
    was heißt denn "jetzt schon kämpft" In wetteronline.de kann man für Doha die Höchstwerte seit 1983 nachsehen. Die Temperaturspitzen liegen im Juli in der Regel seit jeher bei 44-46 Grad, der niedrigste Höchstwert um die 38 Grad.
    Wegen der Hitze findet die Fußball-WM im Winter statt. Bei der Leichtathletik-WM war das Stadion klimatisiert.
    Es ist doch normal, dass man die Technik nutzt, um sich vor Extremwetter zu schützen. Bei Kälte finden wir das doch auch normal, oder?

    Kälte ist m.E. für den Menschen gefährlicher als Hitze. Nur setzen wir uns im Winter der Kälte weniger aus als der Hitze im Sommer. Man müsste bei Statistiken über Hitze- und Kältetote schon untersuchen, ob z.B. Tote durch Hitze bei Nutzung der Kühlmöglichkeiten vermeidbar gewesen wären. Also Klimaanlagen in Krankenhäusern und Altenheimen sind ja nicht Standard bzw. sogar die Ausnahme. Niemand käme auf die Idee, die ohne Heizung zu bauen.
    Für die, die es sich leisten können, ist es normal die Technik zu nützen, um die Folgen abzumildern.

    Arme Länder und arme Menschen werden aber weder die finanziellen noch technologischen Mittel dafür haben.

    Zu dem Fettmarkierten: Einfach mal ein, zwei Seiten zurücklesen, da wurde bereits ein Artikel zitiert, der deine Meinung nicht stützt.
    Geändert von dedeli (13-11-2019 um 09:53 Uhr)

  3. #2403
    Hervorragender Vortrag von Professor Will Steffen zur Klimaerwärmung und den gravierenden Folgen:

    https://www.youtube.com/watch?v=OzQs...ature=youtu.be

    Auf einem Slide findet sich auch der Verweis auf einen IPCC Bericht bei nur 2°C mittlerer Erwärmung:
    The patterns of where and when we can produce food will be massively disrupted in a +2°C world. Millions of humans will be affected. Starvation, migration, conflict are the likely outcomes.
    Später geht er auf 4°C ein:
    I ask people how much colder was the earth in the last ice age on average temperature. The common answer I get is about 20°C.... the difference between the warm period we are in now and the depths of an ice age, a totally new state of the system, is 4°C. So when we are talking about going 4°C up, we're talking about an completely different state of the earth system, not just 4°C hotter, an unrecognizable state.

  4. #2404
    Zitat Zitat von Mister Brot Beitrag anzeigen
    Das ist zwar ein berechtigter Einwand. Wahrscheinlich findet man auch irgendwo mit etwas Aufwand eine Karte mit einer noch detaillierteren Aufteilung. Aber ist das wirklich nötig, um die Behauptungen "der Großteil der Erde würde unbewohnbar werden" und es würden "nur 1 Milliarde Menschen überleben" zu widerlegen?
    Denn andererseits gäbe es dann ja auf einer detaillierten Weltkarte auch Verschiebungen in die andere Richtung, z.B. gäbe es dann wahrscheinlich auch in Australien (Brisbane, Melbourne) Gebiete, die noch blau wären, Brasilien wäre nicht komplett rot etc.
    Und um bei deinem USA-Beispiel zu bleiben: Selbst wenn wir z.B. annehmen würden, dass Texas tatsächlich komplett unbewohnbar werden würde bei +5°C, dann werden die Menschen aus Texas relativ problemlos innerhalb ihres Landes (USA=blau) umsiedeln und eben nicht einfach so sterben.
    Da gebe ich dir vollkommen Recht. Man stirbt auch nicht einfach so an der Hitze. Wenn man sich natürlich der Sonne ungeschützt aussetzt, wird das irgendwann zum Sonnenstich oder Hitzschlag führen. Wie man es aus Filmklischees kennt, ist eher fehlende Flüssigkeitszufuhr das Problem.

  5. #2405
    Zitat Zitat von lesekatze Beitrag anzeigen
    Du hättest mal weiterlesen sollen.

    https://www.sciencedaily.com/release...1113195019.htm
    Zitat Zitat von Mister Brot Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für den Link! Das sieht nach einer interessanten Studie aus. Da werde ich wohl meine Meinung bezüglich der Anzahl der Hitze- und Kältetoten ändern.
    Werde mir die Original-Studie später mal durchlesen.
    Ok, Kommando zurück. Ich habe nun die Studie samt Appendix gelesen.
    Und wenn ich nicht irgendetwas komplett und vollkommen falsch verstanden habe, dann ist das wirklich der größte pseudo-wissenschaftliche Schwachsinn, der mir seit langem untergekommen ist und die aus der Studie hergeleiteten Zahlen sind in der Tat komplett nutzlos. Ehrlich gesagt wäre ich dankbar, falls mir doch jemand einen möglichen Denkfehler zeigen kann, denn ich wäre geradezu schockiert, dass eine Prognose, die auf einem so offensichtlich falschen Verfahren beruht, relativ widerspruchslos veröffentlicht werden kann.

    Ich erkläre deshalb mal hier, wie die Studie vorgegangen ist, um "Kältetote" und "Hitzetote" aus historischen Daten zu ermitteln - und dann aus diesen Daten die Zukunft bei steigenden Temperaturen zu extrapolieren. Dazu hat die Studie im Appendix (Seite 7) zwei anschauliche Beispiele gegeben.



    Schritt 1) Für jeden der 451 Orte aus 23 Ländern, die in die Studie einbezogen wurden, wurde die jeweilige Tagesdurchschnittstemperatur für alle Tage der letzten Jahrzehnte ermittelt.

    Schritt 2) Für jeden der 451 Orte wurde dann für alle diese Tage die jeweilige Anzahl an Todesfällen ermittelt.

    Schritt 3) Die Tages-Durchschnittstemperaturen wurden mit den Todesfällen verbunden.
    Wenn also z.B. am 15.1.1985 in Stadt X eine Durchschnittstemperatur von 15,0°C herrschte und es am selben Tag X 30 Todesfälle gab, dann wurden diese 30 Todesfälle der Temperatur 15°C für eben diese Stadt X zugeordnet.

    Schritt 4) Dadurch erhält man dann eine Tabelle mit allen im beobachteten Zeitpunkt aufgetretenen Tagesdurchschnittstemperaturen für jede Stadt X und die Gesamtzahl der an Tagen mit ebenjener Durchschnittstemperatur eingetretenen Todesfälle.

    Schritt 5) Es wird der Durchschnitt an Todesfällen für jede Durchschnittstemperatur gebildet, für jede Stadt X separat.

    Schritt 6) Daraus ergibt sich eine "minimum mortality temperature" für jede Stadt: also die Temperatur, bei der im Durchschnitt die wenigsten Menschen in dieser Stadt gestorben sind.
    Wenn für eine Stadt X z.B. die Temperatur 18°C diejenige war, bei der die wenigsten Menschen im Schnitt gestorben sind (z.B. 20 Todesfälle), dann zählt die Studie alle Todesfälle >20 an Tagen mit niedrigerer Temperatur als 18°C als "Kältetote" und alle Todesfälle >20 an Tagen mit höherer Temperatur als 18°C als "Hitzetote". Wenn in unserem Beispiel also meinetwegen bei 17°C 22 Menschen gestorben sind, dann sind das 2 (22-20) Kältetote.

    Schritt 7) Die so ermittelten "Kältetoten" und "Hitzetoten" für sämtliche je gemessenen Temperaturen unter und über der "minimum mortality temperature" werden summiert und ergeben dann die Gesamtzahl der "Kältetoten" und "Hitzetoten". Das ganze dann noch als Prozentsatz im Vergleich zur Zahl aller Todesfälle - und schon ergibt sich eine "excess mortality", also der Prozentsatz, der angeblich die Relation der Kälte- bzw. Hitzetoten widergeben soll.


    Wie das alles dann in die Zukunft extrapoliert wird, um den Anstieg der Hitzetoten bzw Senkung der Kältetoten bei steigenden Temperaturen zu ermitteln, kann ich an dieser Stelle weglassen. Denn die oben beschriebene Vorgehensweise, so mathematisch richtig sie auch sein mag, besteht nicht mal den simpelsten Idiotentest auf Plausibilität.

    Das erkennt man am besten anhand der Beispielstädte, die die Studienautoren selbst im Appendix angegeben haben: London und Manila.
    Bild:
    ausgeblendet


    Für London wurde eine "minimum mortality temperature" von ca. 18°C ermittelt. Bei 18°C sterben in London also die wenigsten Menschen. Dadrunter gibt es "Kältetote", dadrüber "Hitzetote".
    Für Manila wurde eine "minimum mortality temperature" von ca. 29°C ermittelt. Bei 29°C sterben in Manila also die wenigsten Menschen. Dadrunter gibt es "Kältetote", dadrüber "Hitzetote".

    Wem bis jetzt die Schwachsinnigkeit dieser Aussage noch nicht klar ist, für den mache ich es noch deutlicher:
    Alle Menschen, die in London bei 20°C sterben, sind potenziell "Hitzetote" für die Studie. Alle Menschen, die in Manila bei 27°C sterben, sind potenziell "Kältetote"!
    Während also der in Manila lebende Homo sapiens seine Optimaltemperatur, die "minimum mortality temperature", bei 29°C findet, wäre für den in London lebenden Homo sapiens (sollte das Klima vollkommen durchdrehen und die Durchschnittstemperatur irgendwann mal um 10°C steigen) bei 29°C schon halbe Hitzetote-Apokalypse mit deutlich (!) zweistelligen Prozentsätzen an Hitzetoten!

    Macht das in irgendeiner Weise Sinn?

    Fazit: ich hoffe immernoch, dass mir irgendjemand einen Denkfehler zeigen kann. Ansonsten mache ich mir jetzt doch ernsthafte Sorgen um das wissenschaftliche Niveau von Klimastudien allgemein.
    Geändert von Mister Brot (13-11-2019 um 11:33 Uhr)

  6. #2406
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Zitat Zitat von Mister Brot Beitrag anzeigen
    Und um bei deinem USA-Beispiel zu bleiben: Selbst wenn wir z.B. annehmen würden, dass Texas tatsächlich komplett unbewohnbar werden würde bei +5°C, dann werden die Menschen aus Texas relativ problemlos innerhalb ihres Landes (USA=blau) umsiedeln und eben nicht einfach so sterben.
    Und was machen Menschen kleinerer Länder wie z.B. in der Sahelzone? Umzug innerhalb des Landes wird nicht viel bringen. Die umliegenden Länder werden selbst mit den Folgen des Klimawandels kämpfen wie z.B. Lebensmittelknappheit. Und auf eine große Aufnahmebereitschaft von z.B. Ländern in Europa würde ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre auch nicht wirklich zählen.

  7. #2407
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Zitat Zitat von Mister Brot Beitrag anzeigen
    Fazit: ich hoffe immernoch, dass mir irgendjemand einen Denkfehler zeigen kann. Ansonsten mache ich mir jetzt doch ernsthafte Sorgen um das wissenschaftliche Niveau von Klimastudien allgemein.
    Genau, die Klimawissenschaftler haben im Gegensatz zu dir alle keine Ahnung. Problem gelöst, Klimawandel wird nicht eintreten. Und wenn doch, dann kann man ja die Klimaanlage anmachen oder einfach in ein anderes Land umziehen .

  8. #2408
    Zitat Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
    Genau, die Klimawissenschaftler haben im Gegensatz zu dir alle keine Ahnung. Problem gelöst, Klimawandel wird nicht eintreten. Und wenn doch, dann kann man ja die Klimaanlage anmachen oder einfach in ein anderes Land umziehen .
    Ok, mein Schlusssatz war leicht polemisch, gebe ich zu.

    Aber ich habe sehr oft das Gefühl, dass FfF-Anhänger selbst überhaupt keine Klimastudien lesen, obwohl man sich ständig auf diese beruft. Geschweige denn, wie es in der Wissenschaft üblich ist, sich auch mal vorbehaltlos mit einer These (wie in meinem Fall eben z.B. einer speziellen Studie) auseinandersetzt. Da wird oft alles komplett kritiklos übernommen, was nur einigermaßen apokalyptisch genug klingt.

    Es ist nicht zu weit hergeholt, dass viele der Klimabewegung bereits quasi-religiöse Züge attestieren. Ich dachte eigentlich, über diese Phase wäre der aufgeklärte Teil der Menschheit bereits hinweg.

    Ich stelle mich hier auch nicht hin und behaupte, mehr zu wissen als die Klimawissenschaftler. Ich habe lediglich eine spezielle Studie auf ihre Plausibilät überprüft und bin zum (vorläufigen und für hoffentlich alle nachvollziehbaren) Schluss gekommen, dass man die Ergebnisse dieser speziellen Studie komplett in die Tonne hauen kann.
    Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass ein Klimawandel zu mehr Hitzetoten führen wird als es die Kältetoten reduziert - nur eine Studie, die das wirklich belegen würde, die gibt es anscheinend noch nicht.
    Geändert von Mister Brot (13-11-2019 um 11:10 Uhr)

  9. #2409
    Zitat Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
    Und was machen Menschen kleinerer Länder wie z.B. in der Sahelzone? Umzug innerhalb des Landes wird nicht viel bringen. Die umliegenden Länder werden selbst mit den Folgen des Klimawandels kämpfen wie z.B. Lebensmittelknappheit. Und auf eine große Aufnahmebereitschaft von z.B. Ländern in Europa würde ich nach den Erfahrungen der letzten Jahre auch nicht wirklich zählen.
    Da stimme ich dir zu. Ohne massive Hilfe der Industrieländer - in welcher Form auch immer - sieht es für die Menschen in diesen Staaten bedeutend schlechter aus.

    Auch dein obiger Beitrag zu Katar enthält berechtigte Punkte.
    Ob man nun allerdings Energie zum Heizen oder Kühlen "verschwendet", ist erstmal relativ egal. Klimaerwärmung würde ja bedeuten, dass in vielen Gegenden, in denen heute noch regelmäßig geheizt werden muss, dies in Zukunft nicht mehr notwendig sein wird.

    Und im Gegensatz zu den Behauptungen auf AntiMuc's Grafik werden selbst bei +5°C die allermeisten Gegenden dieser Welt für den Menschen gut bewohnbar bleiben. Es wird auch Gegenden geben, die durch eine Erwärmung lebenswerter werden.
    Mehr Wetterextreme sind per se auch keine große Katastrophe, weil der Mensch sich heutzutage viel besser gegen diese wappnen kann.

    Ein steigender Meeresspiegel z.B. kann, sofern global massiv auf Entsalzungsanlagen zur Trinkwassergewinnung gesetzt wird, sogar ein Vorteil sein.

    Man sollte bei aller berechtigen Angst halt auch im Auge behalten, dass der Mensch nicht einfach tatenlos dasitzt und sich und seinen Lebensraum dahinraffen lässt. Im Gegenteil, es gibt vermutlich kein Lebewesen auf der Welt, das sich auf veränderte Lebensbedingungen so gut einstellen kann wie der Mensch. Und es gibt auch definitiv kein Lebewesen auf der Welt, das besser in der Lage ist, selbst seine Lebensbedingungen zu seinem Nutzen zu verändern.
    Und Änderungen gehören dazu, dieser Planet war seit seinem Bestehen in einem ständigen Wandel.
    Dass der Mensch sich hinstellt und sagt "Genau so, wie es jetzt am absolut zufällig ausgewählten Punkt der milliardenlangen Geschichte des Planeten Erde hier klimatisch aussieht, so muss es für immer bleiben, weil genau das der Idealzustand ist" - das ist doch ziemlich vermessen.
    Geändert von Mister Brot (13-11-2019 um 11:50 Uhr)

  10. #2410
    Zitat Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
    Für die, die es sich leisten können, ist es normal die Technik zu nützen, um die Folgen abzumildern.

    Arme Länder und arme Menschen werden aber weder die finanziellen noch technologischen Mittel dafür haben.

    Zu dem Fettmarkierten: Einfach mal ein, zwei Seiten zurücklesen, da wurde bereits ein Artikel zitiert, der deine Meinung nicht stützt.
    Es gibt wahrscheinlich, vor allem in diesen Zeiten, gefühlte Millionen von Artikeln, die meine Meinung nicht stützen. Du meinst wahrscheinlich den von Lesekatze geposteten Artikel. Eine Hochrechnung von Toten im Jahr 2100 aus einer statistischen Berechnung von 30 Jahren seit 1985 halte ich für unseriös. Und ich habe es begründet. Ich hatte halt einen Beitrag daraus gemacht, ich hätte auch Lesekatze zitieren können.
    Nochmal: Die Studie wird wohl kaum berücksichtigen, dass der Mensch hinsichtlich des Schutzes vor Hitze rückständiger ist als beim Schutz vor Kälte. Und zwar weil Kälte eben gefährlicher und tödlicher ist.

    Natürlich muss man sich Klimatechnik auch leisten können. Heizungen aber auch. Letzteres ist halt Standard. Ersteres wäre auszubauen.

  11. #2411
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Eine informative Seite des Umweltbundesamts, die die aktuellen und zukünftigen Folgen des Klimawandels für Deutschland betrachtet und zwar auf Bundesländerebene, weil die Auswirkungen nicht überall gleich sind:
    https://www.umweltbundesamt.de/theme...en-deutschland

    Ich finde sie deshalb interessant, weil auch der Ist-Zustand beschrieben wird und dass die Folgen bereits jetzt schon vielfältig und messbar sind. Das hätte ich nicht gedacht.

    Vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass der derzeitige Temperaturanstieg im Vergleich zu selbst vorsichtigen Prognosen ein Fliegenschiss ist.

    Außerdem sind die direkten Folgen im Vergleich zu anderen Ländern durch unser gemäßigtes Klima im Moment und auch der Zukunft erstmal "harmloser". Harmlos in Anführungszeichen gesetzt, ich finde z.B. das beobachtete Artensterben nicht harmlos. Aber im Vergleich z.B. zu den Dürreperioden und Überschwemmungen, von denen andere Regionen jetzt bereits betroffen sind, sind die Folgen nunmal weniger dramatisch. Wir gehören in Deutschland erstmal und vermutlich auch noch länger zu den Glücklichen.

  12. #2412
    Oh, Mister Brot hat die Studie näher untersucht. Vielen Dank dafür
    Die kann man tatsächlich in die Tonne kloppen. Wenn das Wissenschaft ist...na ich weiß nicht

  13. #2413
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Zitat Zitat von Mister Brot Beitrag anzeigen
    Man sollte bei aller berechtigen Angst halt auch im Auge behalten, dass der Mensch nicht einfach tatenlos dasitzt und sich und seinen Lebensraum dahinraffen lässt.
    Also wenn ich mir die derzeitigen Probleme bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens ansehe, die ganzen Ausreden der Politiker und das Desinteresse bzw. sogar Leugnen der kommenden Herausforderungen vieler lese, sehe ich das deutlich pessimistischer als du.

    Klar, irgendwann wird die Menschheit aufwachen, hier z.B. spätestens dann, wenn immer mehr Klimaflüchtlinge einreisen werden, die Lebensmittelpreise steigen, erste Umsiedlungen von Küstenregionen erfolgen werden. Und das wird eventuell bereits früher als ursprünglich erwartet eintreten.

    Manche negativen Folgen des Klimawandels werden dann aber gar nicht mehr aufgehalten werden können oder nur noch mit sehr viel Mühe und Kosten abgemildert werden können.

    Bis es soweit ist, werden mMn aber viele Menschen in anderen Regionen als z.B. Deutschland leiden und sterben. Ich habe aber leider den Eindruck, dass das vielen nicht klar ist, sie das ausblenden oder was noch schlimmer ist, dass es ihnen sogar egal ist.

    Zitat Zitat von Mister Brot Beitrag anzeigen
    Im Gegenteil, es gibt vermutlich kein Lebewesen auf der Welt, das sich auf veränderte Lebensbedingungen so gut einstellen kann wie der Mensch. Und es gibt auch definitiv kein Lebewesen auf der Welt, das in der Lage ist, selbst seine Lebensbedingungen zu seinem Nutzen zu verändern.
    Kakerlaken

  14. #2414
    Zitat Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
    Also wenn ich mir die derzeitigen Probleme bei der Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens ansehe, die ganzen Ausreden der Politiker und das Desinteresse bzw. sogar Leugnen der kommenden Herausforderungen vieler lese, sehe ich das deutlich pessimistischer als du.

    Klar, irgendwann wird die Menschheit aufwachen, hier z.B. spätestens dann, wenn immer mehr Klimaflüchtlinge einreisen werden, die Lebensmittelpreise steigen, erste Umsiedlungen von Küstenregionen erfolgen werden. Und das wird eventuell bereits früher als ursprünglich erwartet eintreten.

    Manche negativen Folgen des Klimawandels werden dann aber gar nicht mehr aufgehalten werden können oder nur noch mit sehr viel Mühe und Kosten abgemildert werden können.

    Bis es soweit ist, werden mMn aber viele Menschen in anderen Regionen als z.B. Deutschland leiden und sterben. Ich habe aber leider den Eindruck, dass das vielen nicht klar ist, sie das ausblenden oder was noch schlimmer ist, dass es ihnen sogar egal ist.
    Hier siehst du aber sehr schön den Unterschied zwischen dem "normalen Menschen" und dem Politiker. Der normale Mensch denkt noch viel weiter voraus, der Politiker eben nur bis zur nächsten Wahl. Und mit der Einstellung lässt sich das Thema nicht aus der Welt schaffen.
    Gerade jetzt wäre doch die Bereitschaft der Bevölkerung gegeben, man könnte als Weichen stellen. Den Bürgern traut man es sich zu anzupassen, man verlangt es von ihnen sogar. Bei der Wirtschaft will man da nichts ändern und ist viel zu ängstlich. Auch als Unternehmen und Konzern muss ich die Zeichen der Zeit doch erkennen und kann nicht immer am Status Quo festhalten, wenn ich sehe, dass er sich nicht mehr halten lässt. Da muss man doch Vorkehrungen treffen.

  15. #2415
    Die Niederlande haben gerade max. Tempo 100 auf Autobahnen beschlossen.


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