Unser Forum ist in Gefahr!



Liebe Besucher,

leider müssen wir euch kurz unterbrechen:


Das EU-Parlament stimmt nächste Woche über eine Urheberrechtsreform ab,
die uns in unserer Existenz bedroht.


Offener Brief der Forenbetreiber

Wir bitten euch daher darum, dass ihr


Vielen Dank für eure Unterstützung!


Eure Forenbetreiber


Wir sind Teil des #321EUOfflineDay


Ergebnis 1 bis 8 von 8
  1. #1
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen

    Werkzeuggebrauch bei nichtmenschlichen Tieren

    Ich eröffne es mal als Sammelthread weils einfach ein faszinierenes Thema ist.

    Der Anlass ist aber, dass die Anzahl der nichtmenschlichen Tierarten von welchen man weiß dass sie Werkzeuge benutzen um 1 erweitert wurde:
    Schweine

    Genauer gesagt: Visaya-Pustelschweine (Sus cebifrons)

    Laut einer neuen Studie können diese Rindenstücke und Äste als Hilfsmittel zum Graben benutzen (indem sie diese zum Graben udn Stochern in die Schnauze nehmen.
    Anlass der Studie war, dass eine Co-Authorin der Studie vor 4 Jahren in einem Pariser Zoo sah, wie ein weiblicher Visaya namens Priscilla ein Stück Rinde in die schnauze nahm um damit zu graben.
    In den Folgejahren haben sie und andere Biologen die Schweine mehrmals erneut besucht und ihnen absichtlich diverse Äste ins Gehege gelegt ... und konnten beobachten dass nicht nur die Visaya-Dame (Priscilla) sondern nach einer Weile auch ihr Paarungspartner und deren Kinder diese Werkzeuge bereitwillig annahmen und ebenfalls zum Graben benutzen.

    Die Forscher vermuten dass die anderen Schweine den Werkzeuggebrauch von Priscilla abgeguckt haben, insofoern also durch Beobachtung gelerrnt haben.

    Lustigerweise ist den Forschern aber nicht klar warum die Visayas das machen, denn mit der Schnauze und den Hufen können sie erheblich effizienter graben als mit den Ästen. Sie vermuten dass sie es einfach aus Vergnügen machen, oder aus Gründen die uns Menschen nicht bewußt sind.

    https://edition.cnn.com/2019/10/06/u...rnd/index.html
    "After sleeping through a hundred million centuries we have finally opened our eyes on a sumptuous planet, sparkling with color, bountiful with life.
    Within decades we must close our eyes again.
    Isn’t it a noble, an enlightened way of spending our brief time in the sun, to work at understanding the universe and how we have come to wake up in it?"

    Richard Dawkins

  2. #2
    leben und leben lassen Avatar von Jannick
    Ort: Monachia
    Ich liebe Schweine, jeglicher Art sie sind intelligent und sensibel und wenn man ihnen ins "Gesicht" schaut, denkt man, sie lachen immer.
    Vielleicht sind sie so klug und schonen mit den Ästen instinktiv ihre Schnauzen und ihre Hufe. Könnte doch sein, oder?

  3. #3
    Pan narrans Avatar von Proteus I.O.F.F. Team
    Ort: Essen
    Zitat Zitat von Jannick Beitrag anzeigen
    Ich liebe Schweine, jeglicher Art sie sind intelligent und sensibel und wenn man ihnen ins "Gesicht" schaut, denkt man, sie lachen immer.
    Vielleicht sind sie so klug und schonen mit den Ästen instinktiv ihre Schnauzen und ihre Hufe. Könnte doch sein, oder?
    Hm ... schwer vortellbar ...
    in dem Video im Artikel sieht man wie das gleiche Visaya das anfänglich mit einem Stück Borke schaufelt, wenig später seine Hufe zu Hilfe nimmt
    "After sleeping through a hundred million centuries we have finally opened our eyes on a sumptuous planet, sparkling with color, bountiful with life.
    Within decades we must close our eyes again.
    Isn’t it a noble, an enlightened way of spending our brief time in the sun, to work at understanding the universe and how we have come to wake up in it?"

    Richard Dawkins

  4. #4
    Nichtmenschliche Tiere, gibt es auch menschliche Tiere? OK, die gibt es auch reichlich.

    Wenn man Elefanten beobachtet, die Äste 45° an die Hauswand lehnen um sie dann zu zerbrechen, oder Affen die mit Steinen eine Kokosnuss, die sie vorher in eine Mulde gelegt haben, knacken, dann staunt man schon.
    Und Elstern sollen ja den Vogel abschießen, die zeigen mit ihren kleinen Hirnen erstaunliche Intelligenz.

    https://www.welt.de/wissenschaft/umw...issen-ist.html

  5. #5
    Menschlich meint wohl menschenähnlich, also hauptsächlich Affen. Btw, ein Kokosnuss öffnender Affe ist ja pille-palle. Richtig cool ist ein Orang-Utan, der sich jeden Morgen mit Seife wäscht (abgeguckt) oder andere Affen, die Türschlösser knacken um an Nahrung zu kommen.

  6. #6
    Koyaanisqatsi Avatar von Suther Cane
    Ort: Ende der Welt
    Ich finde jetzt den Link nicht mehr, aber ich habe irgendwo gelesen, daß Makaken (Klein-Affen-Art) in Japan den Touristen Münzen aus den Taschen klauen um sich an den Snackautomaten Süßigkeiten zu holen.

    Das ist jetzt kein Werkzeug, aber eigentlich sogar noch eine Nummer drüber

    Zu Blackys Post. in Rostock im Zoo habe ich einem Gorilla zugeschaut, der auf dem Rand eines Kinderplanschbeckens saß, das die Pfleger ins Gehege gestellt hatten, und sich die Füße gewaschen hat. So richtig mit abreiben und allem. Allerdings war der Gorilla wohl zu schwer für den Beckenrand. Irgendwann ist der eingebrochen und zusammengefallen. Der Gorilla (bzw die Gorilla, war wohl ein Weibchen) ist ein paar Schritte zurückgehüpft vor Schreck, hat sich das Ganze kurz angeschaut und ist dann "extrem unauffällig" (so wie es kleine Kinder mit schlechtem Gewissen machen) weggebummelt nach dem Motto "war was? ich hab nichts gemacht". Das sah so unglaublich menschlich aus.
    Geändert von Suther Cane (15-10-2019 um 13:15 Uhr)
    Bild:
    ausgeblendet

  7. #7
    Ja, Makaken sind äußerst schlau und Tauschgeschäfte können die. Und wenn keine Münzen zu klauen sind, dann eben was anderes, Handys, Sonnenbrillen oder Kappen und die Touris müssen ihre Schätze dann "auslösen". Und wehe, das Tauschangebot goutiert nicht, dann landet das Zeugs auch schon mal im Wasser...

  8. #8
    Schönes Thema.
    Dazu erstmal mein Einstiegspost: Stoffle, der Honigdachs und Ausbrecherkönig. Er kann Türen öffnen, Schlösser des Geheges und baut sich aus allem, was das Gehege hergibt, "Leitern".

    https://www.youtube.com/watch?v=c36UNSoJenI

    Die althergebrachte Verhaltensforschung, in der Tiere numeriert wurden, keine Namen haben durften und nur reaktiv unter Laborbedingungen "beobachtet" wurden, ist nun endlich seit einigen Jahren überholt. Ein bekannter Verhaltensforscher machte mal ein Gleichnis zur althergebrachten westlichen Verhaltensforschung (frei aus meinem Gedächtnis): "Man stelle sich vor, eine andere Spezies würde Menschen in ein Labor und dort in eine Petrischale bringen und dann eine Seite mit Kälte beliefern und die andere Seite mit starker Hitze. Was würden die Forscher der anderen Spezies erkennen? Dass alle in die Mitte rennen? Okay. Und sonst? Keine Intelligenz oder gar Emotionen zu beobachten. PUNKT."

    Unter anderem auch dank Jane Goodalls Arbeit ist diese Art der Verhaltensforschung überholt, auch wenn es natürlich noch viele Projekte der alten westlichen Schule gibt.

    Wer dazu und zu den vielfältigen Beobachtungen bei den unterschiedlichsten Tieren etwas lesen möchte: Frans de Waal ist da meine Empfehlung.



    Die westliche Kultur hatte mit der industriellen Revolution einen sehr tiefen Einschnitt erfunden und herbeigeführt (zwangsläufig): Den Unterschied zwischen Tieren der Art Mensch und den anderen Tieren. Tiere der Art Mensch wurden zu Menschen. Die anderen Tiere waren weiterhin Tiere. Allerdings wurde diesen (den Tieren nach westlicher Auffassung) jegliche Intelligenz, Emotion etc. abgesprochen. Dies erleichterte und erleichtert immer noch die industrielle Tierproduktion, da es die Menschen dazu berechtigt, Tiere als bloßes Objekt zu behandeln.

    Diese industrielle Tierproduktion ist nur noch schwer umsetzbar, wenn die allgemeine Wahrnehmung ist, dass es Tiere gibt und in dieser Kategorie Menschen, Menschenaffen, Affen, Honigdachse etc. zu finden sind.

    Als ich vor 40 Jahren hörte, dass es eine Bewegung "Menschenrechte für Menschenaffen" gab (Roger Fouts, Jane Goodall, ...), zweifelte ich, dass diese Bewegung jemals etwas erreichen würde. Ich hielt es auch für zu eingegrenzt. Aber heute gibt es tatsächlich einen Teilerfolg:
    Ein durch ein Gerichtsurteil international bekannt gewordener Orang-Utan darf künftig in einem Reservat in den USA leben. Weibchen "Sandra" wurde auf Verlangen der argentinischen Justiz am Donnerstag aus dem ehemaligen Zoo von Buenos Aires in eine Auffangstation für Menschenaffen verlegt. Die 1986 im Rostocker Zoo geborenen Affendame wurden die Rechte einer "nichtmenschlichen Person" zugesprochen, deshalb sei ihre Freilassung zwingend. Das Tier wurde per Direktflug nach Dallas gebracht - allerdings nicht als Passagier, sondern im Frachtraum.
    Quelle: https://www.sueddeutsche.de/panorama...ires-1.4618638
    Geändert von BrianBoru (17-10-2019 um 16:50 Uhr)


Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •