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  1. #1

    Amazonas-Synode in Rom schlägt Priesterweihe für verheiratete Diakone vor

    Es tut sich Erstaunliches in der katholischen Kirche:

    ...
    Bei ihrer Amazonas-Synode in Rom haben katholische Bischöfe den Papst dazu aufgerufen, in der Amazonas-Region das Priesteramt für verheiratete Männer zu öffnen. Voraussetzung soll dafür sein, dass die betreffenden Männer bereits als Diakone tätig sind, hieß es in einem am Samstagabend verabschiedeten Abschlussdokument der Synode.

    Überdies verlangen die Bischöfe, dass in der Region die Einführung des Diakonats für Frauen geprüft werden solle. Es obliegt Papst Franziskus, in den kommenden Monaten daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.
    ...
    Quelle

    Erstmal: Die Konservativen haben bereits protestiert.

    Zweitens: Die Vorschläge betreffen nur das Amazonasgebiet in Südamerika! Aber falls man wirklich in diesem Gebiet bewährte Diakone die verheiratet sind künftig zu Priestern weihen kann. Und dort eventuell gar künftig Frauen zu Diakoninen weiht. Ja, dann kann man das der Kirche auf dem restlichen Globus nicht dauerhaft vorenthalten.

    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
    Wir seh'n mit Grausen ringsherum:
    Die Leute werden alt und dumm.
    Nur wir allein im weiten Kreise,
    Wir bleiben jung und werden weise.

    Eugen Roth

  2. #2
    hautfarbenblind Avatar von ganzblau
    Ort: beim Drehen
    Zitat Zitat von Little_Ally Beitrag anzeigen
    Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
    Oh ja, ich auch

  3. #3
    Die kathilosche Kirche ist da in einer echten Zwickmühle.
    ZUm einen muss der Priestermangel gerade in Amazomien wirklich gravierend sein. Wenn da in Gemeinden nur zwei oder drei Mal im Jahr Eucharistie gefeierrt werden kann, kann ja von einer wirksamen Verbreitung des Evangeliums nicht mehr gesprochen werden.
    Andererseits: kann die Kirche dort so einfach aufgeben, was sie über Jahrhunderte als absolut verpflichtend verkündet hat? Warum dann nur in Südamerika? Und welchen Standpunkt gibt sie als nächstes auf? Und gerade von konservativer Seite gibt es ja schon starken Widerstand gegen diese Öffnung. Ist diese Reform eine Spaltung wert?

    Auf jeden Fall sehr spannend. Wird interessant sein, zu sehen, wie diese Entwicklung weitergeht und wohin sie führt.

  4. #4
    leben und leben lassen Avatar von Jannick
    Ort: Monachia
    Rom wird sich weigern, die sind nicht bereit, ihre Pfründe aufzugeben und schon gar nicht für Frauen. Ausserdem hätten sie es dann nicht mehr so leicht, ihren pädophilen Neigungen zu frönen.

    Merkt man, dass ich vornehmlich von der Kath. Kirche nichts halte? Dann ist es ja gut, ich habe keinen Bock drumrum zu schreiben.

  5. #5
    Zitat Zitat von NewMorning Beitrag anzeigen
    Andererseits: kann die Kirche dort so einfach aufgeben, was sie über Jahrhunderte als absolut verpflichtend verkündet hat? Warum dann nur in Südamerika? Und welchen Standpunkt gibt sie als nächstes auf?
    Tja, die Kirche konnte diese Regel zur Ehelosigkeit von Pfarrern ja um die letzte Jahrtausendwende auch einfach so einführen. Warum das Zölibat nicht 1.000 Jahre später wieder abschaffen? Ich fände es passend. Und ganz ehrlich: So ganz strikt handhabt man das mit dem Zölibat ja auch nicht mehr. Wenn ein verheirateter evangelischer Pfarrer zum Katholizismus übertritt und dort Priester bleiben will, dann kann er, wenn er sich entsprechend vorbereitet, zum Priester geweiht werden obwohl er verheiratet ist. Das hat man vor einigen Jahren in größerem Stil mit anglikanischen Pfarrern gemacht, die zu konservativ fürs Frauenpriestertum waren und übergetreten sind. Und es geschieht auch heute immer wieder mal, Beispiel: https://www.katholisch.de/artikel/17...-priester-wird

  6. #6
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Die Regelung für evangelische Pfarrer gab es aber schon länger, das ist keine neue Entwicklung.

    Ich glaube nicht, dass sich (derzeit) etwas ändert. Eine Abschaffung im Amazonasgebiet würde sich auch auf den Rest der Erde auswirken und Forderungen für andere Gebiete würden laut werden. Und soweit ist die katholische Kirche mMn noch nicht, vermutlich wird sich erst etwas ändern, wenn sie weltweit noch viel weniger Priester haben.

  7. #7
    Zitat Zitat von dedeli Beitrag anzeigen
    Die Regelung für evangelische Pfarrer gab es aber schon länger, das ist keine neue Entwicklung.
    Das ist mir schon klar. Aber warum darf ein verheirateter evangelischer Pfarrer (mit Erlaubnis aus Rom) ein katholischer Pfarrer werden und verheiratet bleiben? Ein katholischer Diakon, der sich statt fürs Priesteramt für eine Ehe entschieden hat, kann nicht mehr Pfarrer werden. Der Sinn dieser Ungleichbehandlung erschließt sich mir einfach nicht. Ja, es gibt mehr Diakone als übergetretene evangelische Pfarrer. Aber warum darf der eine trotz Ehefrau und Kindern Priester werden, nur weil er früher mal evangelisch war, und der andere, der halt schon immer katholisch war, nicht? Also wenn das Zölibat für das Priesteramt so wichtig ist, warum kann man dann Ausnahmen für übergetretene Pfarrer machen?

    Ich hoffe, man nimmt den Vorstoß mit der Ausnahme für das Amazonasgebiet ernst und denkt nochmal intensiv über die Regelungen des Zölibats nach.

  8. #8
    homo novus Avatar von caesar
    Ort: milchstrasse
    Was sind denn die Bedinungen? Kann jeder Kathlische Prieser sich in den Amazonas versetzen lassen und dann heiraten? Oder muss man schon Kontakte oder eine gewisse Zeit im Amazonas mitbringen?

    Da muss Franskiskus ganz genau schauen, dass die Regele nicht als Schlupfloch benutzt wird, wenn man nur mit dem Segen der Kirche heiraten will.
    das melken eines leeren euters bewirkt nur,
    das man vom melkstuhl gestossen wird.

    rise and rise again until the lambs become to lions.

  9. #9
    When we were kings Avatar von *Blue*
    Ort: Behind the wheel
    ich wett drauf, dass es gar nicht mehr soooo lange dauern wird, und das Zölibat ist geschichte.

    also jedenfalls viel früher als das auch Frauen bei den Katholen Priesterinnen werden dürfen.

    Denk ich an Europa in der Nacht - Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen - Und meine heißen Tränen fließen. (in Anlehnung an H. Heine)
    There are 10 types of people in the world:
    Those who understand binary, and those who don't.


  10. #10
    YNWA Avatar von reddevil
    Ort: am großen Strome
    du meinst vielleicht sogar in 1000 jahren?


    for your dreams be tossed and blown...



  11. #11
    When we were kings Avatar von *Blue*
    Ort: Behind the wheel
    Zitat Zitat von reddevil Beitrag anzeigen
    du meinst vielleicht sogar in 1000 jahren?





    nein, ich glaub, ich werd es noch erleben

    es wird so langsam "eingeschlichen"
    lockerungen, was Diakone alles dürfen (die dürfen ja verheiratet sein - in bestimmten fällen) und dies und das.

    und dann weiss man irgendwann kaum noch, warum der jetzt verheiratet ist und der nicht

    hier hat vor kurzem ein verheirateter Pfarrer eine kath. Messe Mit-Zelebriert - irgendeine "seltsame unterart" des christlichen Glaubens.
    aber das sowas möglich ist - ganz offiziell - das ist schon der Hammer.
    Geändert von *Blue* (28-10-2019 um 20:26 Uhr)

    Denk ich an Europa in der Nacht - Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen - Und meine heißen Tränen fließen. (in Anlehnung an H. Heine)
    There are 10 types of people in the world:
    Those who understand binary, and those who don't.


  12. #12
    das ist sehr interessant!
    kleine liste der faktoren:

    was waren die wesentlichen machtkämpfe, die die spannungen zwischen konservativen und fortschrittlichen betreffen?

    die sache mit dem mexikanischen orden der superreichen, die ihre schwulen söhne da rein schicken, systematisch.
    das ist eine hydra mit vielen köpfen in vielen ländern. die geben sich ultrakonservativ, und geld ist macht.
    problem: tragen wesentlich zur finanzierung des vatikan betriebs bei.

    die sache mit dem personenkult dieser ordensobriste und äbte. weil das kloster reich ist, reliquien hat, originale bibliotheken hat, wunder geschehen sind, was immer.
    oder weil es eine struktur mit grosser universität ist, die auch im kolonialwesen bereits eine rolle gespielt hatte.

    die sache mit politisch links oder rechts, in lateinamerika gab es einst die sogenannte befreiungstheologie.
    da sie sinnvoller weise links ist, und sich gegen die massenmorde und genozide wandte, die von den bananengenerälen befohlen wurden, versiegte die europäische unterstützung nach und nach. der niedergang begann schon in den 80ern, als man hier das neoliberale wirtschaftswunder hatte.

    heute werden die freunde der identitären gegen diese anliegen sprechen. ich kenn die. die sind fies und mächtig, und rhetorisch umgemein fit und schlau.
    es gibt eine identitäre richtung, die nicht imperialistisch und nazi im alten sinn ist, sondern eher tea party. also das waffendingens wird als "anderswo" betrachtet, nicht wir.

    da kommen wir zu bannon, es war extrem aufschlussreich, seine skype rede vor dem vatikan zu analysieren, und was dann weiters drüber in den verschiedenen religiösen szenen darüber gesprochen wurde.
    zu erklären ist es schwer. es findet da eine konkurrenz um das wohl der menschen statt, und eine links-rechts spaltung bezüglich was der rechte weg in gottes sinne sei..
    aber hauptsache, jemand weiss ganz genau, was das beste für alle menschen ist...
    ne?
    da konnte man die verschiedenen überlegungen und manipulativen rhetoriken mal näher kennen lernen.
    und man versteht auch, warum das mit einigen mächtigen fraktionen der juden so gut klappt (oberflächlich: die schiene kushner-netanyahu, die ambivalenz der verschiedenen beziehungsstrukturen zw usa und israel etc..)

    all die spaltungen der kirchen sind meiner ansicht komplett für die fische, reine bedingtheiten, und hybris der obergescheiten.
    je nach soziopolitischer verfasstheit, funktioniert eben die eine sache besser, oder die andere.
    das war ja auch so im 30jährigen krieg. gibt wohl mehr dazu bei max weber. unterschiedliche ansichten, wie gewirtschaftet und gehackelt werden soll, damit man im leben weiter kommt.

    da wieder die erbschaft des kolonialwesens eine rolle spielt, im amazonasgebiet, sollte man sich auch der kolonialkritik bezüglich constantinus und seinem trinitäts-konzil widmen.
    und da spielt auch die symmetrie mit, dass russland heute in afrika punktet, und die vorbehalte gegen russland von wegen kolonialer abzocke viel geringer sind, als gegen den westen.
    da spielen theologische ursachen mit, für die sich gespalten und massiv bekriegt wurde.
    constantinus war der schöpfer der "rule based order", die man heute auch als virtualisierung der menschlichen hierarchien betrachten kann. damit kann man imperien aufbauen. sind sie dann am beginn der neuzeit nochmal drauf gekommen.
    und die orthodoxen haben da nicht mit gemacht. für die hat die menschliche beziehung andere grundlagen, die mindestens so viel wert sind wie der reine gesetzesbuchstabe. für die gibt es naturgegebene faktoren, die mit noch so viel geschreibsel und kopflastigkeit nicht weg gemacht werden können.
    was deren sicht unterstützt, ist zb ein aspekt der vertreibung aus dem paradies bzw der "erbsünde": der mensch wollte gottes macht für sich beanspruchen, und selber ein gott werden. anderswo hiess das prometheus. das ist die spannende "frontier". wie weit kann der fortschritt gehen? kann sich der mensch in einen vogel oder drachen verwandeln? per gentech oder gehirntransplantation? die fantasie der wünsche ist grenzenlos. die orthodoxen sagen: bleib wer du bist und sei gut, loyal und liebevoll. aber sie pflegen deshalb kriege zu verlieren, und werden als rückständig gedisst..
    die fortsetzung der frage: wird es in moskau je eine metropolitin geben?
    Geändert von hans (28-10-2019 um 21:17 Uhr)
    Das Netz hat keine Obergrenze.. Das Schöne: Im Netz ist jede Aussage wahr. -- Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind, können wir entscheiden. (Heinz von Foerster)
    http://www.antiquealive.com/Blogs/Ha...ean_House.html

  13. #13
    optimistischer Single Avatar von Nosferata
    Ort: im halbvollen Bett
    Das ist mir jetzt zu lang zu lesen und zu schwierig, da alles kleingeschrieben...


    Zitat Zitat von Little_Ally Beitrag anzeigen
    Tja, die Kirche konnte diese Regel zur Ehelosigkeit von Pfarrern ja um die letzte Jahrtausendwende auch einfach so einführen. Warum das Zölibat nicht 1.000 Jahre später wieder abschaffen? Ich fände es passend. Und ganz ehrlich: So ganz strikt handhabt man das mit dem Zölibat ja auch nicht mehr. Wenn ein verheirateter evangelischer Pfarrer zum Katholizismus übertritt und dort Priester bleiben will, dann kann er, wenn er sich entsprechend vorbereitet, zum Priester geweiht werden obwohl er verheiratet ist. Das hat man vor einigen Jahren in größerem Stil mit anglikanischen Pfarrern gemacht, die zu konservativ fürs Frauenpriestertum waren und übergetreten sind. Und es geschieht auch heute immer wieder mal, Beispiel: https://www.katholisch.de/artikel/17...-priester-wird
    Ich hab ja mit dem Kirchenkram nicht viel am Hut und wenig Ahnung, da atheistisch geboren und verblieben.

    Aber gestern hab ich eine Doku über die Borgias gesehen, die ja 2 Päpste gestellt hatten.
    Die haben rumgehurt und Kinder gezeugt, dass es eine helle Freude war. Zölibat hin oder her. Waren die nicht sogar verheiratet?

    Es scheint bei der Kirche also alles "Auslegware" zu sein - so wie es gerade passt.

    Wenn sie jetzt nicht nachgeben, werden sie ihre Pfründe verlieren. Es treten schon genug Menschen aus der Kirche aus.
    Wer keine Kompromisse schließen kann, ist zum Tode verurteilt.
    Auf einer Skala von eins bis müde bin ich Dornröschen.


    Sonntags bin ich ein Mofa - halb Mensch, halb Sofa.

  14. #14
    When we were kings Avatar von *Blue*
    Ort: Behind the wheel
    soweit ich weiss, waren beide Borgia-Päpste nicht offiziell verheiratet, haben ihre Frauen aber nicht versteckt, sondern sie öffentlich präsentiert.
    Und Kinder hatten sie viele und alle wussten auch, dass es ihre Kinder waren.

    und das ist erst 500 Jahre her.

    allerdings wünsch ich der kath. Kirche keinen Borgia-Papst - das wäre auch nicht das Wahre


    und es gibt auch hier viele Gemeinden, in denen die Pfarrer mehr oder weniger öffentlich ihre Frauen haben. Wenn der Pfarrer in der Gemeinde gemocht wird und sich keiner beschwert, halten die Bischöfe ruhig.
    Nur wenn es Beschwerden gibt, schreitet der Bischof ein. Oft dann zum Ärger der Leute, die deshalb einen guten Pfarrer verlieren.
    Geändert von *Blue* (29-10-2019 um 09:45 Uhr)

    Denk ich an Europa in der Nacht - Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen - Und meine heißen Tränen fließen. (in Anlehnung an H. Heine)
    There are 10 types of people in the world:
    Those who understand binary, and those who don't.


  15. #15
    Top-Fangirl Avatar von dedeli I.O.F.F. Team
    Ort: München
    Ja, das kann ich bestätigen, in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, hat der Pfarrer mit seiner "Haushälterin" Jahrzehnte, bis zu seinem Tod zusammengewohnt. Das war einfach so, da wurde auch nicht groß getratscht, es gab nur zwischendurch mal spitze Bemerkungen, die man allerdings erst als Teenager kapiert hat .

    Je eher sie diese Farce "Zölibat" abschaffen, desto besser. Ich glaube aber, dass dazu der Priestermangel noch größer werden muss.


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