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Ergebnis 106 bis 120 von 127
  1. #106
    Ich schreib zuviel privates ich sollte sachlich bleiben, stimmt schon und werde ich mir auch merken. Mit dem vielleicht bin ich ganz anders würden wir uns sehen glaub ich manchmal auch. Mir geht es sogar teilweise so, dass ich viele mal sehen möchte die hier schreiben, das gesprochene Wort ist immer anders als das geschriebene. Es kann aber auch sein und das glaube ich eher, dass ich mit vielen hier überhaupt nicht klar komme und kommen würde deswegen ist es besser, dass ich entscheiden kann wann, mit wem und wie lange ich hier schreiben möchte.
    Geändert von Finchen02062013 (15-11-2019 um 15:54 Uhr)

  2. #107
    Member Avatar von sheela
    Ort: Ostfriesland
    Das Thema Sucht und seine Folgen sind so schlimm und erschütternd, dass man sich doch lieber Horrorfilme anschauen sollte, wenn man sich mal ekeln oder gruseln möchte, ansonsten aber für die Realität keine oder wenig Empathie aufbringen kann. Alles andere ist purer Voyeurismus, bzw. Pharisäertum.
    Geändert von sheela (15-11-2019 um 17:12 Uhr)
    Der Vorteil der Klugheit besteht darin, sich dumm stellen zu können. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
    (Kurt Tucholsky)

  3. #108
    der Sohn vom lieben Gott Avatar von golfern
    Ort: München
    Zitat Zitat von sheela Beitrag anzeigen


    Ich bin mal ne Weile mit der U-Bahn eine bestimmte Strecke morgens gefahren, da hab ich viele Junkies gesehen, die sich in der Suchtberatungsstelle ihre Medis abholen. Die waren immer vollkommen fertig, weil sie da zu einer bestimmten Uhrzeit aufschlagen mussten. Der Begriff "arbeitsscheu" im Zusammenhang mit Suchtkranken ist absolut daneben.
    Ob jemand noch in der Lage ist zu arbeiten oder nicht, entscheiden aber nicht die ioff-User, auch wenn sie noch so weise sein mögen. Das entscheiden die Sozialbehörden in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung. Bei der Agentur für Arbeit gibt es auch einen Ärztlichen Dienst, der bei der Einschätzung von Arbeitsfähigkeit kompetente Feststellungen trifft.

    Interessanter Weise schreibt ja selbst gerdie, dass ein Schwerstabhänigiger "24/7 das ganze Jahr über" arbeitet.

    Also geht arbeiten wohl doch?!

    Ich glaube auch einige haben die Sendung gar nicht gesehen, wollen aber trotzdem wissen, wovon ich geschrieben habe. Der Punk, der sich an die 19-jährige rangemacht hat, sah mir nicht gerade wie ein "Schwerstabhängiger" aus, wie die anderen, die so ausgemergelt waren und garantiert andere Sorgen hatten, als sich an eine junge Frau ranzumachen.

    Wenn eine EMR abgelehnt wird, dann bestehen dafür ausreichend Anhaltspunkte, dass derjenige durchaus noch arbeitsfähig ist. Und wenn jemand EMR beantragt, diese aber abgelehnt wird, weil die Mediziner keinen Grund erkennen können, dass Arbeit nicht mehr möglich sein sollte, dann trifft für mich der Begriff "arbeitsscheu" genau das, was nicht nur ich denke.

    Eine Suchterkrankung und Arbeit schließen sich doch nicht generell aus. Man denke da nur an die Drogenkarrieren des einen oder anderen Politikers, oder Prominenten, oder Sportlers.

  4. #109
    ich dachte, gerdie hat gemeint, dass süchtig sein so anstrengend ist wie arbeiten

  5. #110
    der Sohn vom lieben Gott Avatar von golfern
    Ort: München
    Zitat Zitat von Sinden Beitrag anzeigen
    ich dachte, gerdie hat gemeint, dass süchtig sein so anstrengend ist wie arbeiten
    Das denke ich auch, aber dennoch ist es doch offenbarend.

    Ich finde z.B. dass auch jemand, der es schafft auf einen mannshohen Elektroverteiler in der Fußgängerzone zu klettern, sich im Schneidersitz darauf zu setzen und mit einer Angel einen Becher auszuwerfen, um zu schnorren, oder jemand, der mit handwerklichem Geschick Fahrräder repariereren kann, egal woher die auch immer kommen mögen, der kann halt auch irgendwie noch arbeiten. (Wer jetzt nicht weiß, wovon ich geschrieben habe, der hat einfach die Sendung nicht gesehen.)

    In unserem Land muss auch jemand arbeiten, der noch viel weniger als das kann. Beispielsweise muss auch jemand der im Rollstuhl sitzt seine Arbeitskraft mit einbringen. Wir können nicht jeden, der irgendeine Einschränkung hat, ein bedingungsloses Grundeinkommen durch die Hintertür gewähren.

  6. #111
    Member Avatar von sheela
    Ort: Ostfriesland
    Zitat Zitat von golfern Beitrag anzeigen
    Das denke ich auch, aber dennoch ist es doch offenbarend.

    Ich finde z.B. dass auch jemand, der es schafft auf einen mannshohen Elektroverteiler in der Fußgängerzone zu klettern, sich im Schneidersitz darauf zu setzen und mit einer Angel einen Becher auszuwerfen, um zu schnorren, oder jemand, der mit handwerklichem Geschick Fahrräder repariereren kann, egal woher die auch immer kommen mögen, der kann halt auch irgendwie noch arbeiten. (Wer jetzt nicht weiß, wovon ich geschrieben habe, der hat einfach die Sendung nicht gesehen.)

    In unserem Land muss auch jemand arbeiten, der noch viel weniger als das kann. Beispielsweise muss auch jemand der im Rollstuhl sitzt seine Arbeitskraft mit einbringen. Wir können nicht jeden, der irgendeine Einschränkung hat, ein bedingungsloses Grundeinkommen durch die Hintertür gewähren.
    Du meinst so, um 6 Uhr morgens aufstehen und dann ne 8-Stunden-Schicht? Nicht wirklich oder? Es ging in der Serie überwiegend um schwerst Suchtkranke, die alle 2 Stunden einen Druck brauchen, denn nur dann fühlen sie sich "fit". Und wenn mal jemand 5 Minuten bei ner Fahrradreparatur gefilmt wurde, heißt das nicht, dass derjenige normal arbeitsfähig ist.
    Und ja Gerdie meinte tatsächlich die "Arbeit", die die Beschaffung von Drogen so mit sich bringt, die Leute empfinden das so, sie schaffen es ja kaum, Termine wahrzunehmen. Ich spreche jetzt aber von denen, die da in dieser Halle lebten, da kann doch keiner von arbeiten.
    Wie groß der Suchtdruck selbst bei denen schon ist, die noch halbwegs "gesund" aussahen, wissen wir nicht. Selbst der Junge am Anfang, der dann so aggressiv war, wer sollte ihn denn einstellen? Wäre er zuverlässig? Wohl kaum.
    Der Vorteil der Klugheit besteht darin, sich dumm stellen zu können. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
    (Kurt Tucholsky)

  7. #112
    Ich habe mich nicht auf einzelne Personen aus der Sendung bezogen, sondern auf das was allgemein geschrieben wurde.

    Beschaffung um seine Sucht zu finanzieren ist in meinen Augen "Arbeit". Jedoch ist es keine Arbeit, die der Gesellschaft dient. Also, DIE Gesellschaft. Drogenimporte, Drogen-Makler, Millieu-Selbstständige usw. verdienen daran, aber die machen bestimmt auch keine Steuererklärung, was wiederrum gesellschaftlich weniger dienlich ist. Ihr versteht hoffentlich, was ich meine.

    Ich wäre auch dafür, die Energie für die Beschaffung in Energie für konventionelles Arbeiten umzuwandeln. Doch dazwischen steht einfach die Krankheit. Wenn die gut behandelt wird (z. B. Subistutionsprogramm oder gar kompletter Absprung mit Therapien), kann ein ggf. ehemaliger Konstument wieder arbeiten. Das machen auch ganz viele.
    Jemand, der im Rollstuhl sitzt, wird keine Arbeit verrichten, bei der er laufen muss. Genauso können für Suchterkrankte auch passende Stellen geschaffen werden. Was ja auch passiert.
    Eine Suchterkrankung und Arbeit schließen sich doch nicht generell aus. Man denke da nur an die Drogenkarrieren des einen oder anderen Politikers, oder Prominenten, oder Sportlers.
    Das ist ein gutes Arguement. WENN man eine zuverlässige Quelle hat, die Substanz bei Bedarf stets verfügbar und möglichst qualitativ ist um dem körperlichen Verfall zu hemmen, schließen sich Sucht und Arbeit defintiv nicht aus. Sonst wären so einige hochkarätige Arbeitsstelle unbesetzt.

    Wie belastbar ist denn jemand, der alle paar Stunden entzügig ist?
    Der körperliche Entzug geht zwar recht schnell in einer Klinik, aber danach beginnt dann der eigentliche Entzug. Irgendwann gab es ja mal eine Ursuche, die zur Sucht geführt hat. Die ist ja nicht weg, nur weil keine Drogen mehr im Körper sind.

    "Geh doch arbeiten statt Drogen zu nehmen" finde ich sehr vereinfacht dargestellt, auch wenn der Sinn stimmen mag. Es fehlen halt ein paar Schritte dazwischen. Gerne würde ich eine gut gemachte Doku sehen, die so einen Prozess über längerem Zeitraum begleitet.

    Abschließend, ein schwer drogenabhängiger Mensch hat so gut wie nie Urlaub, weil er permament mit der Befriedigung seiner Sucht beschäftigt ist. Das wollte ich sagen mit "arbeitet 24/7". In diesem Zustand kann er meiner Meinung nach sehr viel weniger leisten als die meisten anderen. Sollen die jetzt drakonische Strafen bekommen oder weggesperrt werden? Ich muss das zum Glück nicht entscheiden. Um nicht missverstanden zu werden, Straftaten sollten natürlich geahndet werden!

    Wir können nicht jeden, der irgendeine Einschränkung hat, ein bedingungsloses Grundeinkommen durch die Hintertür gewähren.
    Da stimme ich dir zu. Ich glaube, die wenigsten haben sich bewusst für ein Leben nur für die Droge entschieden. Es ist die Aufgabe der Gesellschaft dafür zu sorgen, dass für sie Strukturen geschaffen werden, sich daraus zu befreien. Besser es gar nicht so weit kommen zu lassen, in Form von präventiven Angeboten und Aufklärung.

  8. #113
    *wunschlos glücklich* Avatar von Koryphäe
    Ort: Büdchen+MTT+Doku/Reality
    Golfern, ich gebe dir zu 100%Recht. Die meisten könnten wohl ins Arbeitsleben zurück geführt werden.

  9. #114
    Ich kann mir das schwer vorstellen, es sei denn sie werden engmaschig betreut und mit kleinen Aufgaben herangeführt. Aber wer alle 2 Stunden was braucht, kann ich mir dann wieder gar nicht vorstellen, beim Arbeiten.
    Geändert von Finchen02062013 (16-11-2019 um 09:50 Uhr)

  10. #115
    Koryphäe hat das Gegenteil geschrieben von dem was du geantwortet hast.
    Bild:
    ausgeblendet


  11. #116
    Zitat Zitat von Eisregen Beitrag anzeigen
    Koryphäe hat das Gegenteil geschrieben von dem was du geantwortet hast.
    Jetzt korrigiert!

  12. #117
    Member Avatar von sheela
    Ort: Ostfriesland
    Zitat Zitat von gerdie Beitrag anzeigen


    Es ist die Aufgabe der Gesellschaft dafür zu sorgen, dass für sie Strukturen geschaffen werden, sich daraus zu befreien. Besser es gar nicht so weit kommen zu lassen, in Form von präventiven Angeboten und Aufklärung.
    Welche Strukturen meinst du, außer den Therapieangeboten? Die haben Abhängige ja schon zuhauf hinter sich, leider oft ohne Erfolg. Am ehesten würde ich noch dort ansetzen, wo die Süchtigen aus der Therapie kommen, damit sie nicht wieder in ihr altes Umfeld gehen. Aber wie will man das leisten? Was soll man noch tun, wenn Süchtige noch in der Therapie wieder konsumieren?
    Der Vorteil der Klugheit besteht darin, sich dumm stellen zu können. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
    (Kurt Tucholsky)

  13. #118
    Zitat Zitat von Finchen02062013 Beitrag anzeigen
    Ich kann mir das schwer vorstellen, es sei denn sie werden engmaschig betreut und mit kleinen Aufgaben herangeführt. Aber wer alle 2 Stunden was braucht, kann ich mir dann wieder gar nicht vorstellen, beim Arbeiten.
    Du kannst dir nicht vorstellen wie viele Abhängige, die in kurzen Anständen was brauchen oder zumindest nehmen, im Arbeitsleben stehen, ohne dass ihre Kollegen das mitkriegen.

    Nicht alle Abhängigen - abhängig von welcher Substanz auch immer - leben joblos auf der Straße.

  14. #119
    Zitat Zitat von mesh Beitrag anzeigen
    Du kannst dir nicht vorstellen wie viele Abhängige, die in kurzen Anständen was brauchen oder zumindest nehmen, im Arbeitsleben stehen, ohne dass ihre Kollegen das mitkriegen.

    Nicht alle Abhängigen - abhängig von welcher Substanz auch immer - leben joblos auf der Straße.
    Gut abhängig von der Substanz hast du Recht, Raucher und Alkoholiker stehen ja im Arbeitsleben, ich denke bei Alkoholikern an nicht so schwere wie man im Fernsehen sieht.Aber mit Crystal Meth arbeitet doch niemand mehr, aber letztendlich ich weiß es nicht wird es sicher alles geben.

  15. #120
    Member Avatar von sheela
    Ort: Ostfriesland
    Zitat Zitat von Finchen02062013 Beitrag anzeigen
    Gut abhängig von der Substanz hast du Recht, Raucher und Alkoholiker stehen ja im Arbeitsleben, ich denke bei Alkoholikern an nicht so schwere wie man im Fernsehen sieht.Aber mit Crystal Meth arbeitet doch niemand mehr, aber letztendlich ich weiß es nicht wird es sicher alles geben.
    Kommt bestimmt auf die Substanz an, bei H oder Crystal dürfte aber die Gesundheit nach spätestens 2 Jahren so angegriffen sein, dass es nicht mehr geht. Auch der körperliche Verfall wird dann sichtbar. Bei Tabletten oder Alkohol mag es länger gehen und vor allem erstmal auch eher zu verbergen sein.
    Der Vorteil der Klugheit besteht darin, sich dumm stellen zu können. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
    (Kurt Tucholsky)


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