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  1. #1
    pflegt ihren Dachschaden Avatar von BlackGirl
    Ort: Kölle

    Armutsbericht, HartzIV, Grundeinkommen 2.0

    Büdde sehr, einmal neuer Thread!

  2. #2
    Samorost-Fan Avatar von Salamibrötchen
    Ort: MA/HD Bergstraße
    Zitat Zitat von tantes Beitrag anzeigen
    Zum Glück gibt es hier und da Hilfe. Z.B. eine Art Sozialarbeiterin an unserer Grundschule, die Eltern massiv unterstützt beim Beantragen der diversen Leistungen. (Nur schade, dass das später entfällt, wenn die Kinder nach der 4. Klasse wechseln.)
    Oder unser örtlicher Turn- und Sportverein. Einfachster Antrag nebst Vorlage des Bescheides über Grundsicherung, und der Vorsitzende übernimmt alles weitere, damit die Beiträge usw aus dem Bildungspaket fliessen. So können Kinder und Jugendliche ganz regulär am Training / Vereinsleben teilnehmen, und die Eltern müssen sich nicht mit dem Bürokratiewust abplagen. Gibt viele Engagierte.
    Das ist ja eine nette Idee, aber leider zu kurz gedacht. Denn für einen Turnverein oä. muss für die Kinder auch Sportbekleidung angeschafft werden, es müssen gemeinsame Ausflüge mit den Sportfreunden bezahlt usw. werden.
    Es hängt da immer ein Rattenschwanz dran, der erheblich Geld kostet, da ist der Mitgliedsbeitrag das geringste Problem. Das "Vereinsleben" besteht mit Sicherheit nicht z.B. auch an der Übernahme von Getränken nach dem Training oder den Pommes/Eis oä. wie es die anderen Kindern haben.

    Die Sozialarbeiter an den Schulen wurden schon vor Jahren kaputt gespart.

  3. #3
    Ein Teil der Sportkleidung ist eh vorhanden (Schulsport). In den Kleiderkammern von Rotem Kreuz / Diakonie bzw entsprechenden Fairstores bekommt man sehr gute Kindersachen für kleines Geld. Hab schon mehrfach Adidas- und Nike-Klamotten für die Kurzen organisiert, dito Schuhe oder Sporttaschen. Und bei unserem Sportverein gibt es ein Regal, in das vergessene Handtücher / zu klein gewordene gute Kleidung gelegt werden. Eltern, die es knapp haben, können sich dort bedienen. Die Trainer haben da ein Auge drauf.
    Die Ausflüge usw werden über den Verein mit finanziert. Gerade Richtung Jugendarbeit wird viel getan, denn man will Nachwuchs sichern. Und Getränke / Pommes etc gibt es nicht nach dem Sport = keine Büdchen beim Vereinsheim. Wir reden hier von 6 - 14jährigen, wohlgemerkt.
    Ich weiss, es ist nicht überall so. Das Problem ist hier eher, die Kinder zu motivieren, in den Sportverein zu gehen. Man konkurriert mit fernsehen und daddeln auf der Couch.

  4. #4
    Mal etwas ganz allgemeines zum Thema: Der Paritätische Gesamtverband hat Anfang Juli eine Kampagne gestartet, um mit Vorurteilen gegenüber Hartz 4 aufzuräumen. Dazu gehört neben einer Plakataktion auch eine eigene Internetseite:

    https://www.hartzfacts.de

    http://www.der-paritaetische.de/fach...ionsfreie-und/

  5. #5
    Danke tante, dass Du so viel schreibst.

    Ähnliches wollte ich auch schreiben auf die Kommentare, die meinen K als Blödpost bezeichneten oder ich solle in anderer Mokassins laufen etc schrieben.

    Dabei weiß keiner wie es bei mir finanziell aussieht und in welchen Schuhen ich laufe.

    Auch bei uns ist es so. Der städtische Sportverein kostet bei H4 einen symbolischen Euro im Monat. Sportkleidung gibt es in der Kleiderkammer. Oft auch neue oder fast neue Turnschuhe.

    Es gibt genug Sportarten wo es keine teure Ausrüstung bedarf (Turnen, Schwimmen, Volleyball, Handball, Parcours etc) und keins der Kinder geht hinterher ans Büdchen.

    Bei Mannschaft gegen M Spielen gibt es Überwurf Laibchen...

    Selbst die Trainer achten darauf dass die Kinder nur Wasser trinken. Sollte nun der Einwurf kommen die echte Cola sei zu teuer.

    Ich bleib dabei - das Kinoargument als kultureller "Ausschluss" ist quatsch. Ich kenne Kinder sämtlicher Altersklassen von Kindergarten bis Teenager - Kino ist out. Gestreamt bei Freunden oder am Handy ist Teilhabe

  6. #6
    Samorost-Fan Avatar von Salamibrötchen
    Ort: MA/HD Bergstraße
    Das freut mich, dass es doch inzwischen so gut organisiert ist! Super!

    Ist das überall so?

  7. #7
    Leider nein. Es kommt viel auf das freiwillige, zusätzliche Engagement an. Wo nur das nötigste / Dienst nach Vorschrift gemacht wird, ist es bitter.

  8. #8
    Mehr als drei Viertel würden trotz bedingungslosem Grundeinkommen weiter arbeiten

    https://www.mdr.de/nachrichten/mitma...ommen-100.html

  9. #9

    Armutsbericht, HartzIV, Grundeinkommen 2.0

    Zitat Zitat von Serge Beitrag anzeigen
    Mehr als drei Viertel würden trotz bedingungslosem Grundeinkommen weiter arbeiten

    https://www.mdr.de/nachrichten/mitma...ommen-100.html
    78% der Befragten aus Sachsen, Thüringen und S-Anhalt sind vom Alter her 50+, ein Drittel sogar 65+. Es ist nicht anzunehmen, dass die alle Vollzeit arbeiten, die Ü65 haben wahrscheinlich - wenn überhaupt - maximal einen 450 Euro Job.

    So wirklich repräsentativ finde ich die Ergebnisse nicht.

  10. #10

    Armutsbericht, HartzIV, Grundeinkommen 2.0

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/so...1-8d241972ffd4

    „Wie verändert sich das Leben, wenn man pro Monat 1200 Euro geschenkt bekommt? Eine Studie soll Aufschluss geben. DIW-Forscher Jürgen Schupp erklärt, wie man sich als Teilnehmer bewerben kann - und welches Ergebnis er erwartet.“

    Vom DIW halte ich durchaus viel, das SOEP ist eine gute Datenbasis. Bin mal gespannt, wie sie mit der Herausforderung umgehen wollen, dass die neue Situation ja nicht realistisch ist: ein Teil der Teilnehmer bekommt Grundsicherung, aber der Rest von Deutschland ja nicht, bei denen kann sich nichts ändern. Außerdem weiß ja jeder Teilnehmer, dass die Studie nur über 3 Jahre läuft und trifft seine Entscheidungen auch aus diesem Wissen heraus. Die Entscheidung , ob ich meinen Job ganz oder teilweise aufgebe, treffe ich doch anders, wenn ich weiß, dass die 1200 Euro im Monat 37 wegfallen.
    Geändert von ParadiseCity (18-08-2020 um 16:36 Uhr)

  11. #11
    pflegt ihren Dachschaden Avatar von BlackGirl
    Ort: Kölle
    Zitat Zitat von ParadiseCity Beitrag anzeigen
    https://www.spiegel.de/wirtschaft/so...1-8d241972ffd4

    „Wie verändert sich das Leben, wenn man pro Monat 1200 Euro geschenkt bekommt? Eine Studie soll Aufschluss geben. DIW-Forscher Jürgen Schupp erklärt, wie man sich als Teilnehmer bewerben kann - und welches Ergebnis er erwartet.“

    Vom DIW halte ich durchaus viel, das SOEP ist eine gute Datenbasis. Bin mal gespannt, wie sie mit der Herausforderung umgehen wollen, dass die neue Situation ja nicht realistisch ist: ein Teil der Teilnehmer bekommt Grundsicherung, aber der Rest von Deutschland ja nicht, bei denen kann sich nichts ändern. Außerdem weiß ja jeder Teilnehmer, dass die Studie nur über 3 Jahre läuft und trifft seine Entscheidungen auch aus diesem Wissen heraus. Die Entscheidung , ob ich meinen Job ganz oder teilweise aufgebe, treffe ich doch anders, wenn ich weiß, dass die 1200 Euro im Monat 37 wegfallen.
    Toll, für die Ärmsten kommt das Ganze mal wieder nicht in Frage. Die weisen darauf hin, daß ALG II wegfallen könnte. Damit würde aber auch die Krankenversicherung wegfallen und das wäre für mich absolut fatal.

  12. #12
    Zitat Zitat von BlackGirl Beitrag anzeigen
    Toll, für die Ärmsten kommt das Ganze mal wieder nicht in Frage. Die weisen darauf hin, daß ALG II wegfallen könnte. Damit würde aber auch die Krankenversicherung wegfallen und das wäre für mich absolut fatal.
    Wenn ich das richtig verstehe, wollen sie bei der Studie insbesondere untersuchen, wie sich das Grundeinkommen auf den Job auswirkt. Ob die Menschen ihre Arbeitszeit verkürzen, den Job ganz aufgeben etc.
    Deshalb gibt es unter den Teilnehmern wohl sowieso keine Menschen ohne Erwerbstätigkeit.

  13. #13
    der Sohn vom lieben Gott Avatar von golfern
    Ort: München
    So wie ich mich kenne, würde ich das ganze Geld sparen. Die sollen mir das Geld überweisen und einen Strich bei den ganzen konservativen Sachen machen.

  14. #14
    pflegt ihren Dachschaden Avatar von BlackGirl
    Ort: Kölle
    Zitat Zitat von Tante Charlie Beitrag anzeigen
    Wenn ich das richtig verstehe, wollen sie bei der Studie insbesondere untersuchen, wie sich das Grundeinkommen auf den Job auswirkt. Ob die Menschen ihre Arbeitszeit verkürzen, den Job ganz aufgeben etc.
    Deshalb gibt es unter den Teilnehmern wohl sowieso keine Menschen ohne Erwerbstätigkeit.
    Toll. Also weder repräsentativ, noch gedacht zur Armutsbekämpfung. Vorallem, wenn ich schon lese, die kalkulieren mit 400 Euro Miete im Monat kann ich darüber nur lachen...

  15. #15
    gemütlicher Berliner Avatar von koldir I.O.F.F. Team
    Der Internetauftritt zur Studie:

    "Pilotprojekt Grundeinkommen"


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